Jeder ist auf dieser Welt nur ein kleines Licht unter Millionen Lichtern,
aber jeder ist auf seine Weise etwas ganz besonderes und einzigartig!

K besucht seit September 2016 die 1. Klasse und den Hort der Grundschule.

Sein Ruf eilte ihm voraus. In den 4 Jahren im Kindergarten fiel K. immer wieder durch sein Verhalten auf. Die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Schule und Hort ist nicht so ausgeprägt, dass der Hort von den Beobachtungen profitieren könnte.

So hatten wir nur unsere Beobachtungen:

Der Übergang


Der Aufbau und Ablauf der Elterngespräche war Teil meines Abschlussprojektes der Weiterqualifizierung zur Elternbegleiterin.

Das Gespräch mit K.´s Mutter verlief sehr gut. Sie schätzte ihr Kind absolut richtig ein. Uns, mir und der Leitung des Hortes, gegenüber saß eine Mutter, die ihr Kind nicht wie eine Löwin verteidigte. Sie wusste um die Defizite ihres Sohnes sehr genau Bescheid.

Begrüßung

Wir trafen folgende Vereinbarungen:

  • klare, eindeutige und durchschaubare Regeln mit eindeutigen und transparenten Konsequenzen bei Regelverletzungen
  • konsequentes und nachvollziehbares Verhalten der Pädagogen
  • Start der Hausaufgaben in der Kleingruppe
  • positive Verstärkung, bei der die Bemühung im Vordergrund steht
  • Förderung durch ein Belohnungssystem
  • gemeinsamer Termin mit Frau A. von der Beratungsstelle

Der Start in der kleinen Hausaufgabengruppe war sehr erfolgreich. Es ist deutlich zu merken, dass es K. unglaublich gut tut, nicht immer nur in der Großgruppe zu sein und auch mal positive Rückmeldungen zu erhalten. Das Belohnungssystem wurde von  K. sehr gut akzeptiert. Er erhält bis zu 2 Fleißstriche in der Hausaufgabensituation. Einen Strich, wenn die Hausaufgaben von ihm vollständig gelöst worden sind und einen, wenn er sich an die eindeutig klar durchschaubaren Regeln gehalten hat.

Völlig überrascht waren wir alle dann, dass der Termin mit Frau A. bereits 5 Wochen später an der Schule mit der Klassenlehrerin zusammen statt fand.

Am Tisch saßen Frau A., die Mutter von K., die Klassenlehrerin, die Leitung des Hortes und ich, die Elternbegleiterin.

K.´s Verhalten wurde als verbessert beschrieben. Trotzdem war von Seiten der Klassenlehrerin deutlich zu vernehmen, dass das Kind das Problem sei. Sie gab zu verstehen, dass sie noch mehr auffällige Kinder in der Klasse sitzen hat und alleine für 22 Kinder verantwortlich ist.

Danach erzählte ich, dass auch wir im Hort mit 24 neuen Kindern im September gestartet sind. Gleichzeitig erhielten wir auch 3 neue Kollegen. Wir veränderten einiges im Alltag, damit es für fast alle Kinder bedürfnisorientiert ist.

So richteten wir die kleine Hausaufgabengruppe ein. Ich leite und unterstütze dort jedes Kind mit individuellen Absprachen.

An Frau A.´s Reaktion merkte ich deutlich, dass sie meinen bzw unseren Umgang mit den Kindern sehr zu schätzen weiß. Das war mein erster offizieller Auftrag als Elternbegleiterin. Es lohnt sich dran zu bleiben und immer wieder das Selbstkonzept der Persönlichkeitstheorie von Carl Rogers an die Kollegen heranzutragen.

Kongruenz – Wertschätzung und bedingungslose Akzeptanz – Empathie


Deutlich wurde leider auch, dass unser Schulsystem nicht auf die Bedürfnisse „der Kunden“ zugeschnitten ist. Unsere Kunden sind in erster Linie die Kinder und die bringen ihre Werte und Normen aus dem Mikrosystem, der Familie, mit. Zum Schluss noch ein Zitat von Maria Montessori, die ihr Verständnis und auch meine Verständnis für jedes Kind deutlich macht:

Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen,

sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen!

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