Stress? Überforderung? Schlappheit? Jeder von uns hat in seinem pädagogischen Alltag mit diesen Dingen zu kämpfen. Die Gründe dafür können dabei sehr zahlreich sein. Der allgegenwärtige Personalmangel, Überstunden, Anpassungen der gesetzlichen Vorgaben und ja, auch Dinge wie der eigene, private Alltag können zeitweise zu einem Stressfaktor werden. In diesem Beitrag möchten wir einmal diese ganzen Sorgen um das berufliche Leben vergessen und den Blick fokussiert auf die einzige Person legen, die seinen Alltag meistern kann – Ich selbst.

Was ist Selbstfürsorge?

Der Begriff der Selbstfürsorge beinhaltet den sorgsamen Umgang mit den eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Ressourcen.

Selbstfürsorge

„Achtsam, fürsorglich und mitfühlend mit sich selbst umzugehen! 


Lernen rechtzeitig Grenzen zu setzen und lernen mit innerem und äußeren Stress umzugehen!“ ¹

 

 

Basis der Selbstfürsorge ist sich selbst erlauben, überhaupt für sich zu sorgen

Selbstfürsorge drückt sich in einer inneren Haltung der Wertschätzung sich selbst gegenüber aus und bedeutet, achtsam mit seinen Bedürfnissen, Gefühlen und Kräften umzugehen mit dem Ziel, die eigene Gesundheit an Körper, Geist und Seele zu erhalten.

Ursprünge der Gesundheit² 

Der Begriff „Salutogenese“ (Salus, lat.: Unverletztheit, Heil, Glück; Genes, griech.: Entstehung) geht auf den Medizinsoziologe und Stressforscher Aaron Antonovsky (1923-1994) zurück, der seit Mitte des letzten Jahrhunderts die „Ursprünge der Gesundheit“ untersuchte.

Nach diesem Modell ist Gesundheit kein Zustand, sondern muss als Prozess verstanden werden. Die salutogenetische Fragestellungen lauten:

  • Was stärkt mich?
  • Was schützt mich?
  • Was hält mich trotz vieler potenzieller gesundheitsgefährdender Einflüsse körperlich, emotional und sozial gesund?

Antonovsky benutzt zur Erklärung seines Ansatzes folgende Methaper:

„Meine fundamentale philosophische Annahme ist, dass der Fluss der Strom des Lebens ist. Niemand geht sicher am Ufer entlang.

Die pathogenetische (Pathos, griech.: Leid, Leiden, Leidenschaft) Herangehensweise möchte Menschen mit hohem Aufwand aus einem reißenden Fluss retten, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie sie da hineingeraten sind und warum sie nicht besser schwimmen können.

Für mich ist klar, dass ein Großteil des Flusses sowohl im wörtlichen wie auch im herkömmlichen Sinn verschmutzt ist. Es gibt Gabelungen im Fluss, die zu leichten Strömungen oder in gefährliche Stromschnellen und Strudel führen. Meine Arbeit ist der Auseinandersetzung mit folgender Frage gewidmet:

Wie wird man, wo immer man sich in dem Fluss befindet, dessen Natur von historischen, soziokulturellen und physikalischen Umweltbedingungen bestimmt wird, ein guter Schwimmer?

Gesund = glücklich – Ressourcenorientiert ³

„`Glücklich´ bedeutet nicht, dass ich keine Sorgen mehr habe, keine Probleme, keine Konflikte, keine Spannungen, keine Auseinandersetzungen, dass ich keine Katastrophen mehr durchleben muss, dass alles nur eitel Freude wäre, sondern dass ich trotz Konflikten, trotz Problemen, trotz Katastrophen in der Lage bin, es mit dem Leben aufzunehmen. Dass ich gelernt habe, es gibt immer Wege der Hilfe, immer wieder Möglichkeiten, es zu schaffen, auch wenn ich zunächst einmal sehen und zugeben muss, dass ich mit ´meinen` Möglichkeiten am Ende bin.“

Walther H. Lechler

Wir benötigen Ressourcen zur Bewältigung alltäglicher Probleme und erst recht für den Umgang mit krisenhaften Situationen.

Ressourcenorientierte Arbeit geht von der Annahme aus, dass jeder Mensch eigene Copingstrategien für anstehende Handlungsanforderungen entwickeln kann.

Der Ressourcenbaum⁴
  • Die Krone steht für unser Potentiale und unsere Vielfalt z.B. Talente, Visionen und Träume, Eigenschaften
  • Der Stamm sind die inneren und äußeren Faktoren, die uns Stabilität bieten z.B. Arbeit, materielle Absicherung, Entspannung
  • Die Wurzeln stehen für die inneren und äußeren Kraftquellen z.B. soziale Beziehungen, Dankbarkeit, Spiritualität

Der eigene Ressourcenbaum kann den Blick auf innere und äußere Potentiale richten.

Ressourcenbaum

Dankbarkeit fördert die Resilienz

Die psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Mit Resilienz verwandt ist die Entstehung von Gesundheit (Salutogenese), Bewältigungsstrategie (Coping) und Selbsterhaltung.

Im Mittelpunkt der Resilienzforschung stehen die Ressourcen des einzelnen Menschen und seine Schutzfaktoren.

Dankbarkeit hat offenbar eine der stärksten Beziehungen zur psychischen Gesundheit von allen Charakterzügen.

Eine der wirksamsten Methode die inneren Kräfte zu mobilisieren ist dankbar zu sein. Dankbar für die Güter und Vorteile die wir alltäglich genießen.

Buddha´s Satipatthana Sutta ⁵

Die vier Grundlagen der Achtsamkeit

  • Achtsamkeit auf den Körper,
  • Achtsamkeit auf die Gefühle/Empfindungen,
  • Achtsamkeit auf den Geist,
  • Achtsamkeit auf die Geistobjekte.

Achtsamkeit wird verstanden als das ständige Bemühen, mit der lebendigen Gegenwart, dem Hier und Jetzt, im bewussten Kontakt zu bleiben.

Sie ist Verwandt mit jener Bewusstseinsqualität, die Freud als „neutral schwebende Aufmerksamkeit“ bezeichnet. Eine solche Aufmerksamkeit verzeichnet alles, was die Wahrnehmung durchläuft, mit Unvoreingenommenheit, als ein interessierter, aber unbeteiligter Zeuge.

Achtsamkeit bedeutet das bewusste Beobachten aus einer bestimmten Haltung heraus:

  • wohlwollend, akzeptierend
  • nicht urteilend, nicht wertend
  • nicht einteilend oder kategorisierend
  • nicht identifiziert mit dem Objekt der Beobachtung
  • unvoreingenommen, offen,
  • die Welt wie ein Kind betrachtend (“Anfängergeist”).

Kinder brauchen keine perfekten Eltern und Pädagogen, sondern Menschen, die gut für sich selbst sorgen können. Nur dann können sie sich auch ihren Kindern auf eine Weise zuwenden, in der sie sich gesehen und wahrgenommen fühlen wie sie sind.

Verfasser unbekannt

 

Also …


Gönne dich dir selbst! Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da!

 

Quellen / Literaturangaben

  1. http://www.gssp-selbstfuersorge.de/
  2. Johannes Schopp: Eltern Stärken – Die Dialogische Haltung in Seminar und Beratung
  3. ebd
  4. http://www.gesunde-kita.net/fileadmin/user_upload/MAIN-dateien/Netzwerk_Gesunde_Kita/15-02-05_Schiek_Iris.pdf
  5. ebd

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