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Über die Wichtigkeit von Spielerziehung im pädagogischen Alltag

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“Spiel ist die höchste Form der Kindesentwicklung”

– Friedrich Fröbel

 

Wie Herr Fröbel damals schon richtig erkannt hat, ist das Spiel eines der essentiellen Grundlagen in der Entwicklung des Kindes.  Ich möchte jetzt an dieser Stelle keine der zahlreichen Theorien nennen, oder näher auf das Spiel selbst eingehen. Eine ausführliche Ausarbeitung dieser Thematik finden Sie unter “Ratgeber für das (Frei)Spiel” auf dieser Seite.

Was ich Ihnen mit diesem kleinen Artikel zeigen möchte, ist die Relevanz hinter diesem Thema im Bezug auf die Handlung um der Handlung willen. Defakto unterscheidet sich das Spiel in vielerlei Hinsicht nicht von einer Ernsthandlung.  Warum also Spielen?  Ich fasse zunächst einige Punkte zusammen, warum das Spielen so relevant ist.

Zweckfreiheit

  • Spiel ist auf die Tätigkeit ausgerichtet, nicht auf eine Wirkung in der Realität und grenzt sich von Arbeit und gezieltem Lernen ab.
  • Aufkommende Handlungskombinationen können faszinierender werden als die ursprünglich geplante Tätigkeit.
  • Das Ergebnis bleibt als solches auf der Spielebene solange nicht um z.B. um Geld gespielt wird.
  • Gezieltes Lernen, auch wenn spielerische Formen eingesetzt werden, welche Spaß machen, ist kein Spiel.
Arbeit und andere Ernsthandlungen Ziel -> Handlung -> Ergebnis -> Folge
Spiel Ziel -> Handlung -> Ergebnis

Innerer Anreiz

  • Durch eine intrinsische Motivation (innerer Anreiz) will man Spielen. Deshalb ist das Spiel mit Lustgefühlen verbunden.
  • Spieler können völlig „weggerückt“ sein, als lebten sie in einer anderen Welt.
  • Hauptmotivation ist oft nicht auszumachen. (Tätigkeit selbst oder Folge für die Realität)

Realitätsumformung

  • Der Spieler schafft sich im Spiel eine neue imaginäre Realität. (Puppe=Mensch, Ast bei Spaziergang zum Hund oder Kehrmaschine)
  • Sie können sich eine Welt erschaffen, in der sie sich sicher fühlen.
  • Sie können ihre reale Erfahrungen verarbeiten, vertiefen und erweitern und eigene Bedürfnisse befriedigen.
  • Gehen auf der spielende Risiken ein, ohne Folgen in der Realität erleiden zu müssen.

Wiederholungen und Rituale

  • Wiederholungen erhöhen die Spielfreude und tragen zu Festigung des Erlernten bei.
  • Kinder erfinden oft Rituale. (bestimmter Platz für ein geliebtes Spielzeug, Kennzeichen für Freundschaft, Platz für ein geliebtes Spielzeug)
  • Rituale geben Geborgenheit und Sicherheit.
  • Spiel besteht oft aus lustvollen Wiederholungen von Handlungen.

Sie sehen also: Spiel ist die Bewältigung des Alltags, ohne Folgen. Auf dieser Seite finden Sie Anregungen und Planung für Angebote, die diese kleine Ausarbeitung untermauern werden.  Das Spiel zeigt Kindern Wege auf Probleme zu lösen und Lösungsansätze zu erkennen. Das Kind darf proben und erleben, wie Ernsthandlungen ausgehen könnten und  entwickelt sich dadurch auf ganz andere Weise. Folgend möchte ich Ihnen, stichpunktartig, die Rolle und Aufgabe der ErzieherInn im Spiel aufzählen.

Rolle und Aufgabe der ErzieherInn im Spiel

  • Die Rolle der Erzieherin ist eine unparteiische. In Konfliktsituationen unterstützt sie die Kinder bei einer eigenständigen Problemlösung.
  • Notfalls nimmt die Erzieherin die Rolle der Schlichterin ein.
  • Im Freispiel kann die Erzieherin als Spielleiterin fungieren, aufgrund der Aufsichtspflicht darf sie sich aber nicht zu sehr in ein Spiel vertiefen.
  • Die Erzieherin nimmt die Rolle der Bezugsperson ein, um den Kindern Sicherheit zu vermitteln und ihnen das Gefühl von Angenommen sein zu geben.
  • Durch begleitete Spiele können Kinder, die sich in der Außenseiterposition befinden, spielend integriert werden. Sie nimmt die Rolle der Vermittlerin ein.
  • Ein selbstgestaltetes und ideenreiches Spiel soll von der Erzieherin ermöglicht werden.
  • Um Fähigkeiten und Ressourcen beständig weiterzuentwickeln muss die Erzieherin eine Vertrauensbasis schaffen um individuelle Interessen zu erkennen und zu fördern.
  • Durch konsequente Einhaltung von Regeln bietet die Erzieherin den Kindern eine Orientierungsmöglichkeit und fungiert als Vorbild.
  • Die Erzieherin übernimmt die Rolle der Beobachterin, reagiert nur, wenn z.B. ein eigenständiges Erarbeiten misslungen ist.
  • Bietet indirekt Spielanregungen, setzt Impulse und nimmt eine beratende Rolle ein.
  • Durch das gemeinsame Spielen nimmt die Erzieherin ebenfalls die Rolle der Spielpartnerin ein.
  • Die Rolle des interessierten Begleiters gewährleistet, Hilfestellungen anzubieten.
    Verantwortlich für die verschiedene Bereiche in der Einrichtung (räumlich),
    verantwortlich für verschiedene Rituale im Tagesablauf z.B. Frühstückstisch, Morgenkreis).
    Rolle der Logopädin durch ganzheitliche Sprachförderung im Freispiel.

Eigenes Rollenverständnis Erzieher/in im Freispiel



Für uns nimmt der/die Erzieher/in eine unparteiische beobachtende und zurückhaltende Position im Freispiel ein. Sie/Er muss den Überblick über die Gruppe behalten um eventuelle Gefahren zu vermeiden, um so der Aufsichtspflicht gerecht zu werden.
Soll den Kindern gegenüber eine inspirierende Rolle einnehmen, um das kreative Gestalten zu fördern.
Sie/Er sollte den Kindern indirekt Impulse geben um eine eigenständige Auseinandersetzung zu ermöglichen.
In einem geringen Maß sollte sie/er auch Spielpartner sein, um sich immer wieder auf ein Neues in die Sichtweisen der Kinder hineinzuversetzen.
Sie/Er sollte stetig als Ansprechpartner für Rückfragen/ Probleme zur Verfügung stehen, um den Kindern kompetent zur Seite zu stehen.

 

Folgend haben wir einen Aufgabenkatalog zusammengefasst. Diese kann als Orientierungshilfe dienen.

Aufgabenkatalog

  • Kinder beobachten, Interessen erkennen.
  • Individuell auf die Kinder eingehen – bewusstes Einnehmen einer bestimmten Rolle.
  • Stumme Impulse setzen, um Kindern eine eigenständige Erarbeitung zu ermöglichen.
  • Sich in Konfliktsituationen vorerst distanzieren, um eigene Problemlösungsversuche zu eröffnen.
  • Als Spielimpuls beispielsweise Bautechniken vermitteln, um den Kindern eine Handlung-Vielfalt zu eröffnen.
  • Vermittlung von Regeln und Strukturen durch ein gemeinsames Erarbeiten in der Gruppe.
  • Konfliktsituationen schlichten, die eigenständig nicht gelöst werden können,  wobei keine Partei ergriffen wird.
  • Angebote und Projekte während der Freispielphasen leiten, währenddessen das Gruppengeschehen nicht aus den Augen zu verlieren.
  • Betreuung des Frühstückstisches.
  • Anwesenheitsdokumentation.
  • Materialien regelmäßig nach den anfallenden Bedürfnissen der Kinder wechseln.
  • Gruppenüberblick behalten.
  • Für angenehme Raumatmosphäre sorgen.

 

Und die Praxis?


In der Praxis erleben wir es alltäglich. Jedes toll geplante Angebote oder jede schön formulierte Theorie – Die Praxis sieht meistens anders aus. Anlässlich dessen möchten wir auf weitere Beiträge zum Thema hinweisen.

 

Beiträge und Angebote zum Thema Spielerziehung finden Sie hier: Spielerziehung

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