Abwarten

Die Situation

Diese Situation entstand an meinem zweiten Tag im Praktikum.

Ich war mit Frau R., einer Mitarbeiterin des Kindergartens, am Frühstücken. Wir vernahmen dann einige erzürnte Stimmen, die aus der Richtung der Bauecke kommen. Zwei Kinder waren sich hier am Streiten. Sie erklärte mir, dass wir die Situation nun in Ruhe beobachten wollen, damit die Kinder die Möglichkeit bekommen diese Situation selber zu lösen.  Durch meine Beobachtung konnte ich feststellen, dass der Auslöser ein Auto war.

Es ging darum, dass ein Kind das Auto des Mitspielers entzogen hat. Die Begründung lautete: “Ich spiele nun damit.” Da Kind 1 aber mit dieser Entscheidung nicht zufrieden war, zerstörte Kind  1 das Gebaute von Kind 2. Beide gerieten aneinander. Die Haltung der zwei Kinder war angespannt. Auf meine Frage, wann die Situation den eskaliert und ein Erzieher einschreiten sollte, erklärte mir Frau R., dass es zu einer solchen Eskalation am Besten erst gar nicht kommen darf. Sie ging zu den Kinder hin und sagte mir, dass ich nun gut zuhören soll. Sie wird nun einen Impulse in das Gespräch bringen. Der Begriff war mir zuvor unbekannt,  


Ihre Entscheidung zu den Kindern zu gehen begründete sie mit der Wortwahl der Kinder. Sie hatte verstanden, dass die Kinder nicht nur weiter weg von einer Lösung kamen, sondern sich gegenseitig angelogen haben. Zudem benötigen Kinder eine nötige Reife zum Lösen von Konflikten. Die Kinder waren zu diesem Zeitpunkt 4 und 5 Jahre alt.

Aufgrund dieser Beobachtungen ging sie in das Gespräch mit den Kindern, wobei sie beginnend  jedes Kind zu Wort kommen ließ. Jedes Kind durfte seinen Standpunkt vertreten. Nachdem Kind 1 seine Ansichten erklärte, verneinte Kind 2 das Verhalten von seinem Partner. Frau R. erzählte Kind 2, dass sie die Situation zufälligerweise beobachtet hatte und sich jetzt fragt, warum das Kind sie angelogen hat.  Ohne groß zu reden oder traurig zu sein entschuldigte sich das Kind bei Frau R, weil es seinen Fehler verstanden hat. Sie fragte alle beteiligten, ob sie gemeinsam einen Turm bauen. Beide Kinder fingen an sich zu freuen und bauten gemeinsam einen Turm.

Was spricht dafür?

Die Situation, welche zunächst beobachtet und dann von Frau R. entschärft wurde, hätte durch ein Gespräch über mehrere Erzieher das Gefühl von einer Art Befragung auslösen können.

Ich konnte viel über diesen Konflikt lernen, da ich nicht aktiv beteiligt war. Es ist meiner Meinung nach wichtig gewesen, dass die Kinder ihren Freiraum haben Konflikte selbst zu lösen. In der Welt der Erwachsenen werden sie auch ständig mit Konflikten konfrontiert und müssen diese lösen. 

Was spricht dagegen?

Die Kinder hätten durch Erzieher, die sich nicht zurückhalten eine vorgegebene, aber dennoch frühere Lösung finden können. Ein weiterer Aspekt ist, dass durch zu langes Abwarten die Situation eskalieren könnte.

Alternativen:

länger zurück halten:

Die Kinder hätten den Konflikt bis zum Ende klären können.

wegsehen:

Ich hätte so tun können, als wenn ich diese Situation nie gesehen hätte.

bestimmten:

Autoritär den Kindern erläutern, welche Regeln sie zu befolgen haben

Bestrafen:


Jedes Kind von der Bauecke verbannen.

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