Ringen und Raufen mit Kindern

Aussagen zur Kindergruppe

Anzahl und Alter

Kind 1 ist 8 Jahre alt

Kind 2 ist 8 Jahre alt

Kind 3 ist 8 Jahre alt


Kind 4 ist 9 Jahre alt

Kind 5 ist 7 Jahre alt

Kind 6 ist 7 Jahre alt

Kind 7 ist 9 Jahre alt

Kind 8 ist 8 Jahre alt

Kind 9 ist 6 Jahre alt 

Besonderheiten

Die Kinder meiner OGS-Gruppe nehmen einmal wöchentlich an einer Sport-AG Teil.

Es lässt sich also sagen, dass die Kinder schon sehr viele Formen von Sport einschätzen können und diese auch spielen können. Zudem ist zu sagen, dass Angebote im Bereich der Bewegung eines der Wünsche unserer Wunschliste entsprechen. Das Angebot wurde mit meiner Anleitung im Vorfeld besprochen.

Vorkenntnisse

Ich habe mit den Kindern das Thema ” Ringen und Raufen” eingeführt. Hier habe ich mit den Kindern ein Regelwerk erstellt und Baustein 1/2 absolviert. Da die Kinder kein Problem mit Körperkontakt zeigten, wird diese Stunde auf der letzten aufbauen.

Begründung der Themenwahl

Situationsbezogene Begründung

Mein Partner und ich haben in vergangenen Angeboten gemerkt, dass wir die Thematik  „Regeln und Strukturen” ein wenig intensiver mit den Kindern bearbeiten müssen.  Anlässlich dieser Situation möchte ich mit den Kindern ein kleines Projekt starten, bei denen wir zum einen spielen, aber dabei Regeln und Strukturen näher verdeutlichen. Mir persönlich ist es außerdem wichtig, dass die Kinder lernen, sich gegenseitig zu respektieren und akzeptieren. Mir ist weiteres  aufgefallen, dass die Kinder sich sehr intensiv mit Bewegungsangeboten beschäftigen und sie dabei voll in ihrem Element sind.  Ich dabei durch Nachfragen, testen bei vergangenen Angeboten, wie auch unter Berücksichtigung der eigenen Ideen der Kinder( z.B Wunschliste) auf die Idee zu dieser Art von Angeboten gekommen. Die Euphorie, welches die Kinder bei diesen Aspekten zeigen, haben mich dazu veranlasst, ihre Eindrücke und Wünsche mit meinen zu kombinieren. Deshalb liegt mein/unser Schwerpunkt in diesem Projekt beim Ringen und Raufen.

Angefangen haben wir diese Projektreihe vor einer Woche, indem wir ein Begrüßungs- und Abschiedsritual eingeführt haben. Da ich den wöchentlichen Ablauf der Turnstunde nicht verändern möchte, werde ich (schon umgezogen) mit den Kindern in die Halle gehen. Da ich den wöchentlichen Ablauf der Turnstunde nicht verändern möchte, werde ich (schon umgezogen) mit den Kindern in die Halle gehen , wo sie die Möglichkeit besitzen sich gemeinsam um zu ziehen. Wert hierbei lege ich auf das Warten, bis alle Kinder angezogen sind, um das Gemeinschaftsgefühl nicht durcheinander zu bringen, da sich ein Kind sonst ausgeschlossen fühlen könnte.

Fachtheoretische Begründung

Schulkinder geraten in Konflikte, müssen ihre eigenen Wertvorstellungen bilden überprüfen, müssen lernen sich an Strukturen und Regeln zu halten, müssen aber genauso lernen andere zu respektieren und akzeptieren. Ringen und Raufen trägt hier einem festen Bestandteil der kindlichen Entwicklung dar.  Hierzu habe ich ein paar Punkte notiert.

Gewaltprävention

Kinder leben in einer Welt voller Gewalt. Sei dies im Fernsehen, auf dem Schulhof, sei es physisch, oder körperlich. Die Thematik des Ringen und Raufen geben den Kindern die Möglichkeit, sich mit dem körperlichen Bedürfnis Auseinanderzusetzen, aber geben ihnen zugleich einen sozialisierten Rahmen, an dem sie sich halten können. Ein wichtiges Leitziel, was ich mir persönlich hierbei setze lautet:  Füreinander im gegeneinander gerichteten Handlungs geschehen kämpfen.”

Dies bedeutet, es wird nicht gegen einen Gegner, sondern gegen einen Partner gekämpft.

Berührungsängste verhindern

Ein weiterer Aspekt, den ich nennen möchte, sind die Berührungsängste. Laut der Zeitschrift “Kiga heute” können Berührungsängste, mit einer Unsicherheit in grundlegenden didaktisch-methodischen Entscheidungen, bei der Anleitung von Kampfspielen beitragen. Mir ist es deshalb bei dieser Thematik von Bedeutung, dass ich den Kindern schrittweise die Möglichkeit gebe sich an neue Erfahrungen/Situationen zu gewöhnen und ihnen ausreichend Möglichkeit biete mit sich selbst, als auch den jeweiligen Partner zu beschäftigen. Die Kinder müssen lernen, Verantwortung für sich, aber auch für ihr gegenüber zu haben.

Rituale

Neben dem Regeln außerhalb, wie innerhalb des Kampfes, tragen Rituale dazu bei, einen Kampf zu sozialisieren.  Mir ist es wichtig, dass ich das Regelwerk vor jeder neuen Einheit wiederhole, oder ggf. erweitere. Zum anderen ist es mir wichtig, dass ich den Kindern beim Begrüßen, wie auch beim Abschied, eine kurze Konzentrationsphase biete, bei der man sich sammeln und innerlich vorbereiten kann. Nach jedem Abschluss geschieht eine kleine Reflexionsrunde (Bezug auf Regeln) um Unstimmigkeiten zu klären und langsam wieder zur Ruhe zu kommen.

Kinder brauchen Rituale, da immer wiederkehrende Abläufe, Geborgenheit und Halt schenken und sie zudem das Ich und- Wir Gefühl beeinflussen können.

Einhaltung des Regelwerks

Für mich als Erzieher bedeutet dies, dass ich die Regeln genau mit den Kindern besprochen habe, über mögliche Sanktionen bei Regelbruch mit den Kindern erläutert habe, aber auch darauf achte, dass die Regeln im vereinbarten Rahmen akzeptiert und eingehalten werden. Wie beginnt man ein Kampfspiel? Wie hört es auf? Wo liegt die Grenze zwischen mir und meinem gegenüber?

Welche Sicherheitsmaßnahmen brauchen wir? Gibt es eine Stoppregel?

Dies sind Fragen mit denen ich mich mit den Kindern auseinandersetzen muss um einen sozialen Rahmen zu schaffen. Entscheidend ist hierbei die konsequente Einhaltung der eingeführten Rituale, Regeln (usw), als auch die gut durchdachte Planung von kooperativen Spiel und Übungsformen zur Vorbereitung auf das Thema Ringen und Raufen.Die Liste mit den jeweiligen Regeln reiche ich Ihnen noch nach, da ich diese mit den Kindern besprochen habe.  Zu Grundlegenden Dingen, die ich für wichtig erachte gelten:

  •         Chancengleichheit im Kampf/Gleiche Bedingungen
  •         Schmuck/Uhren werden abgelegt
  •         Stopp Signale unterbrechen das Spiel sofort!
  •         Regelübertretungen werden auf keinen Fall toleriert
  •         Regeln werden von den Kindern selbst(mit meiner Unterstützung) erarbeitet.

Die besprochenen Regeln der Kinder lauten:

  1.       Nicht treten, nicht hauen
  2.       Auf sich und auf andere achten
  3.       nicht ziehen
  4.       keine Schuhe dabei anhaben
  5.       Wir laufen nicht mit dem Kopf nach vorne
  6.       Nicht an empfindlichen Stellen von Mädchen und Jungs schlagen
  7.       Nicht beißen
  8.       Jedes Kind hat die Möglichkeit mit “STOP” Das Spiel einfrieren
  9.       Bei Regelverstoß erfolgt die Ruhematte für 30sek.

Die Ruhematte haben mein Partner und ich zunächst für störende Kinder gedacht.  Während der Absprache der Regeln kamen die Kinder auf die Idee, dass wir die Matte für Zwecke des Regelverstoßes benutzen können.

Kooperation und Vertrauen

Baustein 2 beinhaltet die Kooperation, als auch der Aufbau einer Vertrauensbasis.Damit ich den Kindern einen sozialisierten Rahmen eines Kampfspiels bieten kann ist es relevant, dass sie eine Vertrauensbasis zu ihrem Kampf Partner aufbauen.   Erst durch das verstehen und handeln des Anderen, als auch von einem selbst versteht das Kind, was Kooperation überhaupt bedeutet-

Habe ich mich sicher gefühlt? Kann ich meinem Partner trauen? Wie hat sich mein Partner gefühlt? Dies sind alles Fragen, die ich mit den Kindern klären muss um ein die eigenen, als auch die Gefühle des Partners zu sensibilisieren.

Warm up

Das Aufwärmen hat neben dem ” warm up” auch das Ziel, dass die Kinder durch kreative Ideen bei Bewegungsspielen ihre eigene Kreativität zeigen dürfen. So ist es z.B. bei Spielen, wie Schwarzer Peter nötig eine Bewegung vor zu machen, die alle andere nachahmen. Da ich nicht bestimmten möchte, welches Spiel wir spielen, werde ich den Kindern hier den gezielten Freiraum lassen. Die Kinder bekommen somit auch ein Gefühl der Demokratie vermittelt, da wir durch Abstimmen, sowieso Mitspracherecht eine gemeinschaftliche Lösung finden.

Generell gehört das Turnen zur Bewegungserziehung und fördert einerseits den Muskelaufbau, andererseits die natürliche Lebensfreude von Kindern. Sie sind meist voller Energie und benötigen dafür ein Ventil. Es dient dazu die motorischen Fähigkeiten zu stärken und gewährleistet so eine gesunde Entwicklung.

Vorbereitungen

Inhaltliche Vorbereitung

Methodisch habe ich mein kleines Projekt in 5 Bausteine gegliedert.Diese setzen sich wie folgt zusammen:

  1.  Körperkontakt anbahnen
  2.  Kooperation/Vertrauen aufbauen
  3. mit Gleichgewicht und Köperspannung experimentieren
  4. Die eigene Kraft/ die Kraft des Partners einschätzen lernen
  5. Miteinander Ringen und Raufen.

Jeder Baustein wird einen anderen Schwerpunkt beinhalten und vorher genau von mir geplant sein. Baustein 4 wird Grundlage für mein Hospitationsangebot sein. Mir ist aufgefallen, dass die Bausteine je nach Quelle anders angeordnet sind. Nachdem ich mit den Kindern ein Regelwerk aufgestellt habe und ich Eindrücke über ihre Fähigkeiten sammeln konnte, erweitere ich nun ihr Wissen/Können.

Praktische Vorbereitungen und Angaben zu den eigenen Erfahrungen

Die Spiele, welche ich mit den Kindern spiele habe ich im Vorfeld ausprobiert und nach meinem Geschmack verändert.  Materialien die ich benötige habe ich im Vorfeld zurückgelegt. Eine Ruhezone wurde von mir in Baustein 1/2 eingeführt und findet sich bei meinem Hospitationsangebot an gleicher Stelle wieder. Als Kind habe ich immer die Konfrontation gesucht. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Erzieher zwar öfters das Gespräch mit mir und den jeweiligen Beteiligten Personen gesucht haben, jedoch wurde mir nie die Möglichkeit geboten mich mit der Thematik von Machtkämpfen etc intensiv zu beschäftigen. Ich möchte den Kindern hier einen Rahmen geben über Kooperation und Konfliktverhalten nachzudenken, aber auch erste Eindrücke in die Welt der Empathie zu gewinnen.

Wissenswertes / Sachwissen

Bei den Medizinbällen handelt es sich um handelsübliche Medizinbälle. Große Matten, wie auch kleinere Matten verwende ich aus dem Repertoire der Sporthalle.

Organisation

Materialliste

viele unterschiedlich große Medizinbälle

  •         eine gr. Matte
  •         3 kl. Matten
  •         Pfeiffe
  •         Stoffnudeln

Verlaufsplanung

Ziel: Körperkontakt und Vertrauen aufbauen.

Handlungsschritt 1

Wir treffen uns im Mittelkreis

-Begrüßungsritual-

Erwärmungsspiel der Kinder, demokratisch abgestimmt- drei Vorschläge Vorschläge die hier kommen könnten sind z.B “Feuer,Wasser Sturm”, “Fischer,Fischer” und weitere Spiele. Wichtig dabei ist mir, dass ich bei den Aufwärmspielen kein Kind ausscheiden lasse. Dies lässt sich so umgehen, dass ich z.B Minuspunkte gebe. Am Ende lässt sich dies spielerisch, durch Erfragen, noch aufgreifen. ( Wer hat den über 2 Minuspunkte etc)

Eine Pfeife signalisiert das Spielende Anschließendes Sammeln in der Mitte Ich wiederhole die festgelegten Regeln der letzten Woche. Einleitung des Spiels: Krankenhaus.

Erläuterung der Spielregeln, lasse ein Kind sie wiederholen und beginne das Spiel mit meiner Pfeife.

 

Rituale dienen der Vertrautheit

Der Mittelkreis bekommt eine besondere Position.–> Die Erklärung und Anleitung von Spielen und Regeln. Die Anfangsphase des Sitzens sollte möglichst kurz ein–> Bewegungsdrang

  • Die Aufwärmphase dient der Erwärmung des gesamten Organismus. Durch werden die Kinder spielerisch auf das Thema der Stunde eingestimmt.

Eine Pfeife signalisiert hier ein klares “STOP” Zeichen

Handlungsschritt 2

Es folgt eine kurze Wiederholung der letzten Woche. Es werden dabei Regeln, Eindrücke etc kurz genannt. Ich lasse die Kinder unter genauen Anweisungen, wie: ” Leg das dort [hin zeigen], oder dort hin 3 Matten an bestimmte Orte legen.( Siehe Skizze). Ich leite das Spiel ” Der Ball gehört mir” ein. Dieses Spiel dient als Erarbeitungsphase um den Partner kennen zulernen und sich selbst im Ringen und Raufen einschätzen zu können.

Die Partnereinteilung erfolgt durch mich. Innerhalb der Gruppe müssen die Kinder sich selbst organisieren. Dabei stehe ich ihnen beraten zur Seite. Der Stationswechsel erfolgt durch die Pfeife. Nach einiger Zeit ( ca 3 Uhr) lasse ich die Kinder wieder in den Sammelkreis kommen.

Es folgt eine kurze Reflektion und ggf anschließende Regelerweiterung.

 

Die Regeln müssen klar und deutlich sein. Sie werden deshalb wiederholt.

  • Schaffen von Sprechanlässen
  • Sicherung des Verständnisses

Erarbeitungsphase dient dem Kennenlernen des Partners. Herantasten an sich und seine Kräfte Einteilung der Gruppen aufgrund der Körpergröße, der Kräfte und unter sozialen Aspekten.

  • Selbstorganisation fördert die Selbständigkeit. Kinder lernen so ihren Partner zu respektieren, da ein sozialer Rahmen gegeben wurde. Reflexionen sind Pflicht für diese Themenreihe, da diese die Grundlage für einen kultivierten Rahmen bieten.

Handlungsschritt 3

Ich gehe mit den allen Kindern zu der großen Matte und lege sie mit den Kinder auf die Medizinbälle. Ich spiele nun mit den Kindern “Kampfarena”. Ich weise nochmals auf die Regeln hin und lasse immer 2 Kinder auf der neuen, großen Matte Ringen und Raufen. Siehe Spielbeschreibung Variation: Jeweils  4 Kinder Raufen um einen Ball.

Ich beende das Spiel mit einer anschließenden Reflexion mit den Kindern. Hier ist es mir wichtig, dass die Kinder ihre Eindrücke und Meinungen äußern. Ich bringe die Matte mit den Kindern an ihren Ort und lasse sie alle Bälle in einen Korb werfen. Je nachdem wie fortgeschritten die Zeit ist, lasse beende ich die Stunde mit einer kurzen Zusammenfassung meinerseits und lasse die Kinder sich umziehen. Ist noch genug Zeit vorhanden folgt eine kurze Entspannungsrunde mit dem “Bierdeckelspiel”. Ich gehe mit den Kindern in den Kreis, beende die Stunde mit dem Abschiedsritual und lasse die Kinder umziehen.

Vor Publikum zu kämpfen setzt neue Reize.Dient zur Erweiterung des Regelwerks//Partizipation

gemeinsamer Stundenabschluß rundet das Angebot ab.

Reflexion

Stellungnahme zur Themenauswahl, ggf. Änderungsvorschläge

Nachdem mein Partner sein Hospitationsangebot bewältigt hatte, gerieten wir in eine kleine Diskussion, bei der wir uns überlegt haben, wie wir diese Gruppe “bändigen” konnten. Anlässlich unserer momentanen Unterrichtsreihe in Bewegung kamen bei mir erste Überlegungen, ob wir dieses Thema nicht auch in der OGS umsetzen können. Am Anfang dieser Angebotsreihe waren ich, wie auch mein Partner etwas skeptisch, da mir zum Einen die Erfahrung bei diesem Thema fehlten , aber zum Anderen, trotz ausführlicher Aneignung von Fachwissen, sehr viel in einem Angebot dieser Komplexität viel schief gehen kann. Ich kam trotzdem zu dem Entschluss, dass dieses Thema für unsere OGS-Kinder wichtig ist und suchte mit dieser Themenauswahl die Herausforderung. Nach Absprache mit einigen Lehrern, wie auch meiner Anleitung wurde mir ausreichend Material bereitgestellt, mit der ich dieses Thema bewältigen konnte.

Ich bin nun der Meinung, dass dies die richtige Entscheidung war und empfehle dies weiter. Ich weise aber auch daraufhin, dass das Thema “Ringen und Raufen” ein sehr komplexes und kein einfaches Thema ist. Ohne richtige Vorbereitungen und ohne große Aneignung von Fachwissen, bzw. Gesprächen mit Lehrern wäre dies für mich nicht möglich gewesen.

Dass die Gruppe sich dahin entwickelt hat, wo sie jetzt ist, gibt mir die größte Bestätigung, dass meine/unsere Themenauswahl die Richtige war.

Stellungnahme zu den Vorbereitungen, ggf. Veränderungsvorschläge

Meine Vorbereitungen würde ich gerne in meiner Reflexion in inhaltliche, als auch praktische Vorbereitungen gliedern. Anfangen möchte ich mit Ersterem.

Meine inhaltlichen Vorbereitungen waren ausführlich und durchdacht. Ich hatte an genügend Material gedacht und diese in ausreichender Menge bereitgestellt. Der Raum war für die Erwärmungs- und Hauptspielphase getrennt worden, wobei den Kindern hier sofort klar war, in welchem Bereich sie sich bei den Spielen aufhalten dürfen. Ich wollte jedoch das gesamte Spiel nicht alleine Aufbauen und entschied mich dazu, dass ich die Kinder im Rahmen der Partizipation auch an den inhaltlichen Vorbereitungen teilhaben lasse. Dies war die richtige Entscheidung, da die Kinder so das Gefühl bekommen mitbestimmten zu können.

Insgesamt waren die inhaltlichen Vorbereitungen also sehr gelungen.

Dadurch, dass ich mein Angebot in verschiedene Bausteine gegliedert hatte, konnte ich den Grundstein für das Thema “Ringen und Raufen” schon in den vergangenen Stunden legen. Während des Angebots wurde dies bemerkbar, da ich z.B. auf Rituale, oder das selbst erstelle Regelwerk zurückgreifen konnte. Auch gab mir die Methodik der Bausteine die Möglichkeit, dass ich den Kindern schrittweise an dieses komplexe Thema heranführen konnte. 

Insgesamt kann ich also sagen, dass die inhaltlichen Vorbereitungen zu meiner Zufriedenheit sind.

Kurze Schilderung des Ablaufs und Stellungnahme zum methodischen Vorgehen
(eigenes Verhalten beleuchten)

Generell muss ich sagen, dass ein Aufbau, wie auch ein roter Faden mit dazugehörigen didaktischen Strukturen zu sehen war. Ein Paar kleinere Punkte gibt es jedoch zu nennen, die ich nun reflektieren werde.

Nachdem mein Partner und ich die Kinder mit unserem Begrüßungsritual willkommen geheißen haben, begann ich auch schon mit unserem ersten Ritual ,dem Erwärmungsspiel. Methodisch habe ich dies so eingeführt, dass die Kinder mir 3 Spiele nennen dürfen und wir diese demokratisch abstimmen. Die Kinder wählten Feuer, Wasser, Sturm. Danach gefolgt kommt ein kleines Erwärmungsspiel meinerseits, welches auf das jeweilige Thema(Baustein) der vorherigen Woche aufbaut. Dieses mal war es das Spiel ” Krankenhaus”. Ich habe mich dabei stets bemüht in die jeweiligen Spiele eine Steigerung  rein zu bringen und die Balance zwischen alt und neu zu finden.

Auch habe ich mich bemüht, dass die Kinder die Regeln bei jedem Spiel noch kurz einmal zu wiederholen um Unstimmigkeiten zu vermeiden. Dies halte ich auch für die richtige Entscheidung und zum Anderen auch für mein gutes Recht. Durch das wochenlange einführen und durchsetzen von Regeln und Ritualen haben die Kinder gelernt diese einzuhalten und für sich selbst zu verinnerlichen. Da ich wusste, dass mir nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung steht konnte ich hier wertvolle Zeit gewinnen.

Meiner Meinung nach hat dies super geklappt.

Beim Hauptteil zum Ringen und Raufen sollten die Kinder, nachdem ich die Spielregeln laut und deutlich erläutert hatte, ihre Stationen an von mir vorgegeben Orten platzieren. Im Reflexionsgespräch wurde angemerkt, dass ich durch die Entfernung der platzierten Matten den Gesamtüberblick der Gruppe verlieren könnte, bzw diesen auch zeitweise verloren habe. Auch wenn ich einen anderen Standpunkt vertrete, verstehe ich diese Kritik und nehme sie mir an.Ich werde nächstes Mal ein erhöhtes Augenmerk auf die Platzierung von Stationen legen und diese in geeigneter Entfernung setzten. Ein kleiner Bereich lässt sich nun mal leichter beobachten! Nachdem dieser Handlungsschritt beendet war, begann ich das den ” Hauptring” zu eröffnen. Methodisch realisierte ich dies so, dass der jeweilige Gewinner so lange ein anderes Kind dran nimmt, bis der Gewinner selbst besiegt wurde.

Nach einiger Zeit ist mir der methodische Fehler bei dieser Art von Methodik gekommen. Die Kinder, welche nun schlussendlich viele Kinder besiegt hatten, wurden von anderen Kindern ausgebuht, da diese genügend Frustration( durch die vorherige Niederlage) angesammelt haben.( Siehe 6.4) Besser wäre es gewesen, wenn ich die beiden kämpfenden Kontrahenten z.B. die beiden nächsten Kämpfenden bestimmten würde. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, dass die Kinder sich nach der Größe, oder dem Alter aufstellen und diese dann nacheinander kämpfen.

Als ich beim Planen meines Angebots über ein Ende nachgedacht habe, hatte ich die Wahl zwischen einer längeren Reflexionsrunde, als auch einer Ruhephase. Für beides wäre keine Zeit gewesen! Dies war für mich nicht leicht zu entscheiden. Ich wollte den Kindern möglichst viel Zeit zum spielen gebe, wusste über die Wichtigkeit der Reflexionen bescheid, aber musste den Kindern auch eine Ruhephase geben. Ich habe mich dafür entschieden, dass ich es bei einer längeren Reflexionsrunde belasse und die Ruhephase zwischen den Spielen einbringe. Beim nächsten Mal werde ich darauf achten, dass bei einem Angebot dieser Art eine Ruhephase folgen muss.

Dies hat auch seine pädagogische Begründung. Dadurch, dass die Kinder zunächst gegeneinander Kämpfen, ist es sinnvoll (auch im Bezug auf das kultivierte Kämpfen) den Kindern eine gemeinsame und parteiorientierte Ruhephase zu gönnen. Darauf werde ich das nächste Mal achten. Mir ist zum Endes Angebots aufgefallen, dass die Zeit davon raste. Ich habe aber auch gesehen, dass die Kinder voller Elan im Spiel vertieft waren.Dies war ein pädagogische Zwickmühle für mich. Zum Einen wollte ich den Kindern den Spaß des Spielens nicht nehmen, aber zum Anderen wusste ich über die Wichtigkeit eines runden Abschlusses.Im Endeffekt hatte ich durch den genannten Zeitmangel beide Aspekte nicht ausreichend gerecht werden können.

Ich möchte aufjedenfall[!] darauf achten, dass ich den Kindern bei jedem meiner Angebote einen runden Abschluss bieten kann und diese noch besser gestalte, wie z.B mit einem Abschlusspiel. Ich denke, dass ein runder Abschluss hier wichtiger für die Kinder ist, als 5 Minuten weitere Spielzeit.

Eindrücke von einigen Kindern und Stellungnahme zum pädagogischen Umgang mit den Kindern

Zu meinen Stärken des Angebots gehörte es, dass ich mit den Kindern stets auf Augenhöhe geredet habe und diese immer in ihrem Tun aktiviert habe. Auch habe ich mich, meines Erachtens, immer bemüht die richtige Ansprache zu finden und die Gesamtgruppe im Blick zu behalten. Mir war außerdem sehr wichtig, dass ich die Balance zwischen dem Anleitenden finde, aber auch demjenigen, der die Kinder z.B. ein Spiel erläutern lässt. Ich finde dies ist mir gut gelungen.

Ich möchte jedoch noch auf zwei Situationen eingehen, die mir während meines Angebots nicht explizit aufgefallen sind. Zum einen möchte ich die Situation mit Kind 1 nennen.

Beim Reflexionsgespräch wurde angemerkt, dass ich mich beim Auswählen der Kinder (z.B. bei Regelerklärungen) sehr auf Kind 1 fixiert habe. Da sie auch diejenige war, welche bei dem Spiel “Wettkampfarena”  lange Zeit als Sieger hervorgegangen ist, habe ich ihr somit eine besondere Rolle in der Gruppe verliehen, welche auch noch durch ihre Siege bestätigt wurde. Dies darf mir als Erzieher natürlich nicht passieren. Ich möchte beim nächsten Angebot darauf achten, dass mir solche Fehler nicht noch einmal passieren und werde darauf achten, dass ich jedes Kind gleich behandle. Nachdem Kind 1 nun schlussendlich ihren Meister gefunden hatte, fingen die anderen Kinder an sie “auszubuhen”.

Dies ist z.B. nach der Dampfkesseltheorie nach Lorenz auch einfach zu erklären. Die Kinder hatten nun genug Frustration angesammelt und warteten nur auf den Moment, wo Kind 1 endlich besiegt wurde. Als eine Folge hiervon kann die Kompensierung dieser Art von Aggression ein Ausbuhen sein. Dies hat mir wieder gezeigt, wie wichtig hier die Methodik bei Spielen ist. Ich hätte z.B. die Kinder nach der Größe/dem Alter kämpfen lassen können, oder aber die beiden letzten Kontrahenten die nächsten bestimmen lassen können. Darüber werde ich mir Gedanken machen,

Zufrieden hingegen war ich mit meinem Umgang in dieser Situation. Mir war es wichtig, dass ich den Kindern klar mache, dass wir respektvoll miteinander umgehen. Da ich mit den Kindern ein Regelwerk besprochen hatte, hatte ich hier die Möglichkeit diese Regel in die Liste hinzuzufügen. Um jedoch oberen Schritt zu verhindern, ist eine Veränderung der Methodik wünschenswert.


Zum Ende des Angebots ist mir aufgefallen, dass es einen kleinen Streit zwischen zwei Jungs gab. Es ging, nach eigener Aussage, darum, dass während des Kampfes auf die Socken getreten wurde, bzw. am Gesicht entlang gezogen wurde.  Ich sprach beide Jungs an und setzte mich mit ihnen ein Stück weiter, um den Streit zu klären. In der Situation habe ich, meines Erachtens, angemessen reagiert. Die Gesamtgruppe hatte zunächst Priorität. Im Anschluss gab es ein klärendes Gespräch mit den Jungs. Anders hätte dies auch nicht funktioniert, da ich mich als Erzieher stets bewusst dafür entscheiden muss, ob ich mich aus dem Spiel herausziehen kann, oder nicht.

Literaturangaben / Quellen *

Literatur auf Amazon.de
Quellen aus dem Internet:

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