Buchbetrachtung: Das Märchen vom Schlaraffenland

Uhrzeit : –

Datum: –

Dauer: ca. 15-20 Minuten


Thema : Buchbetrachtung

Schwerpunkt- oder Bildungsbereich: Sprache/Medien

Aussagen zur Kindergruppe

Anzahl und Alter

Ich plane das Angebot mit 8 Kindern, die eine Spanne von 5 – 6 aufweisen.

Kind 1 ist 6 Jahre alt

Kind 2 ist 5,8 Jahre alt

Kind 3 ist 5,5 Jahre alt

Kind 4 ist 5,4Jahre alt

Kind 5 ist 6 Jahre alt

Kind 6 ist 6,1 Jahre alt

Kind 7 ist 6 Jahre alt

Kind 8 ist 6 Jahre alt

Besonderheiten

In der Gruppe gibt es Kinder mit erhöhtem, sprachlichen Förderbedarf. Zudem hat meine Gruppe einige Kinder mit Migrationshintergrund.

Vorkenntnisse

Die Kinder haben bereits Erfahrungen mit Märchen gesammelt. Es gab, außer in der Winterzeit, zwar kein explizites Ritual bei dem Märchen vorgelesen wurden, doch wurde gelegentlich  ein  Märchentag angeboten.Dieses Wissen lässt erahnen, dass sie Kinder zumindest schon einmal wissen, was Märchen sind. Desweiteren konnte ich bei damaligen Angeboten in dem Kindergarten schon den Märchenstand der Kinder überprüfen.

Begründung der Themenwahl

Situationbezogene Begründung

Fantasie, Traumwelten, Wunschdenken und Sorglosigkeit, all dies sind Dinge, mit dem sich das Märchen “ Das Märchen vom Schlaraffenland” befasst- Alle Themen sind Wünsche, Gefühle und Hoffnungen, die man sich als Mensch sehr oft als Ziel setzt. Das Schulleben, ein neuer Lebensabschnitt,neue Freunde. Dies sind Dinge, mit denen sich die Schulkinder bald jeden identifizieren müssen. Ich möchte sie zum eigenen Denken anregen, ihnen zeigen, dass dieser neue Lebensabschnitt für sie viele Veränderungen birgt. Ich möchte zeigen, dass  man auch hier jedoch eine heile Welt haben kann. Ich möchte in diesem Angebot diesen fortlaufenden Prozess aufgreifen und den Kinder die Wichtigkeit  dieser Themen näher bringen und ggf erweitern.

Meiner Meinung nach eignet sich die angehängte Version des Märchens “Das Märchen vom Schlaraffenland sehr gut,  da sie gerade für Kinder, die kaum Märchen vorgelesen bekommen, ein guter und simpler Einstieg in die Welt der Märchen ist und auch für Kinder, die sich bereits mit dem Thema Märchen befasst haben von Interesse sein wird.   Ich  halte  für den in einem Hospitationsbesuch möglichen Zeitraum diese Geschichte für passend, da ich mit den Kindern dieses Märchen  reflektieren kann und eine erweiternde Vertiefung realisieren kann. Das schöne hierbei, es kann sich komplett auf die Fantasy beziehen.

Fachtheoretisch Begründung

Märchen enthalten viele Motive, die dem kindlichen Denken und emotionalen Bedürfnissen eines Kindes im Vorschulalter entsprechen. Ein Märchen entfaltet sich dabei beim Erzählen, wodurch  Kinder das Erzählte sofort in ihr Herz schließen und verinnerlichen.

Die Nutzung von Märchen können für die Entwicklung folgende Faktoren fördern:

  •       Kreativität
  •       positives Denken, Optimismus
  •       Vermittlung  von Werten
  •       Erleben von Sinnhaftigkeit
  •       Selbstvertrauen

Kreativität bezeichnet sich hier durch die Vorstellungsgabe. Während meines Vortrags werde ich immer wieder kleinere Aktionen, wie die wörtliche Rede, Betonung, oder Fragen stellen. Dies liegt damit zusammen, dass ich durch die Art der Vortragsweise den Kindern  ihr Gedankengut anrege und sie dieses Märchen nicht nur vorgelesen bekommen, sondern dieses leben können. Da sich Kinder in ihrer eigenen Welt bei einer Geschichte befinden, erleben sie die Geschichte aus einer ganz anderen Perspektive  als Erwachsene. Das Erleben von Sinnhaftigkeit ist hier viel intensiver, wenn man sich in seiner eigenen Welt befindet, die man gestalten darf, wie man will. So ist das Märchen also wichtig für die kindliche Sozialisierung. Den Kindern wird ermöglicht, wichtige kulturelle Erfahrungen zu machen durch die Helden in den Märchen.  Als Nebeneffekt sind Märchen sehr geeignet, auf kindliche Bedürfnisse oder Ängste einzugehen. 

Es ist mir bewusst, das  Märchen von  Kindern auch anders interpretiert werden  und diese dann Angstzustände entwickeln können! Deshalb wähle ich ein Märchen, welches nach meiner Meinung, nicht soviel mit dem Thema Angst und Tod zu interpretieren ist.

Quelle: (1)

Vorbereitungen

Inhaltliche Vorbereitung

Als ich nach einem passenden Märchen für mein Angebot gesucht habe, durchsuchte ich alle mir zur Verfügung stehenden Quellen  und bin letztendlich auf das Märchen vom Schlaraffenland  nach Empfehlung einer Fachkraft gekommen. Länge und Schwierigkeit des Märchens habe ich nach den bisherigen Erfahrungen des Themas gewählt. Inhaltliche Methoden, wie das Betonen von Schlüsselwörtern, das langsame Vorlesen, sowieso das spannende Gestalten von Märchen haben wir im Rahmen des Sprache/Medien Unterricht bearbeitet. Da ich aber der Meinung bin, dass ich noch mehr Fachwissen in ein Märchen bringen sollte, habe ich mich noch im Internet informiert.( Siehe Fachwissen/Sachwissen) Um mich auf das Märchen optimal einzustimmen und auf mögliche Fragen vorbereitet zu sein, schrieb ich im Vorfeld eine kurze, aber prägnante Märchenanalyse.  

Dieses wurde mittels der Methodik “Pozek-Schlüssel” analysiert. Da dies ein eher untypisches Märchen ist, welches weniger Handlung, oder Protagonisten zeigt, war dies gar nicht so einfach. Desweiteren las ich mir das Märchen öfters durch, um Pausen und Betonungen setzen und finden zu können. Dieses sind jeweils farbig markiert. Ferner  habe ich mir Gedanken über die atmosphärische Gestaltung des Raumes gemacht. Mehr dazu unten.

Praktische Vorbereitungen und Angaben zu den eigenen Erfahrungen

Ich werde ich meiner Gruppe den Nebenraum so einrichten, dass  ich eine sagenhafte Märchenstimmung schaffe. Vorbereiten werde ich zum Einen  eine Musikbox. Ich werde hier leise, aber passende musikalische Märchenmusik laufen lasse.  Die Vorhänge werde ich während meines Angebots schließen um eine Märchenhaftere( z.B. die Räuberhöhle) Athmosphäre zu gestalten. Damit die Kinder nicht auf dem kalten Boden sitzen müssen, werde ich Sitzkissen in Form eines Halbkreises in der Nähe des Fensters(für das Vorlesen-> Licht) legen. 

Darüber hinaus habe ich den Ablauf der Geschichte verinnerlicht und kann diese auswendig. Auch habe ich die Geschichte auf eventuell unklare Worte untersucht und   mit dem POZEK Schlüssel analysiert, um mir nochmal genauer  die Aussagen des Märchens bewusst zu werden. Im Unterricht haben wir etwas von einem Märchentor gehört. Dies soll den Eintritt und ggf den Austritt in die sagenhafte Märchenwelt geben. Diese Idee werde ich anwenden und den Kinder somit den Eintritt/Austritt in das Schlaraffenland ermöglichen.

Wissenswertes / Sachwissen

Bewusstmachen mit Sprache umzugehen

Bevor ein Erzieher mit Methoden der Spracherziehung anfängt, sollte man sich über folgende Dinge Gedanken gemacht haben:

Was muss ich über Sprache und Sprachentwicklung wissen?

Welche Voraussetzungen und Einschränkungen bringen Kinder mit?

Welches Sprachverhalten lebt der Erzieher (ich) ihnen vor?

Die vier Komponenten von Sprache[1]

  • Prosodische Kompetenz (Erzählen, Fabulieren “fantasievoll erzählen”) beinhaltet die Wahrnehmung der klanglichen und rhythmischen Eigenschaften der Sprache des Umfeldes. Melodiekurven, Gestik und Mimik weisen auf die sozial- emotionale Bedeutung des Hörens  hin und auf die grammatischen Strukturen.
  • Die linguistische Kompetenz (Aufmerksamkeit für Schrift und Bildsymbole) bezieht sich auf Lautverbindungen, Laute und ihre Bedeutung auf die Grammatik. Beim Sprechen lernen erfasst das Kind phonologische Strukturen z.B. Reimwörter wie Haus/Maus. Das erleichtert neue Wörter zu lernen.
  • Sprachbewusstsein (Sprache untersuchen, entdecken, mit Sprache spielen)
  • Pragmatisch-kommunikative Kompetenz (Vorlesen)

Quelle: Arbeitsblatt „Meilensteine“ der Sprachentwicklung

Anleiten/Improvisation

Zuerst  wäre da die ausbaufähige Idee. Eine Inspiration, die nicht langweilig wird, aber auch eine, wo der rote Leitfaden immer wieder zu finden ist. Damit definiere ich, dass es meine Pflicht ist, individuell so gut wie möglich, auf die Ideen der Kinder einzugehen und diese in meinem Angebot aufzunehmen. Dies dient auch der Bereitschaft zur Improvisation. Ob man nun ein Angebot nach Plan ablaufen lassen möchte, oder ob man sich selbst etwas ausgedacht hat.

Ich muss mir immer wieder vor Augen halten, dass Mitspieler diese Vorbereitungen verändern  können. Ich werde versuchen, auf Situationen jeglicher Art vorbereitet zu sein, um auch darauf reagieren zu können. Des Weiteren muss ich mich immer an die Ziele, welche ich mir  am Anfang gesetzt habe, so gut wie möglich halten. Um allen Kindern ein positives Gefühl zu geben und sie zum Spielen zu motivieren, ist es wichtig, selber Spaß am Spiel zu haben und dies den Kindern zu zeigen. Wichtig dabei sind mir  Blickkontakt und aufmunternde Worte oder Gesten. Zusätzlich sollte man seine Anleitungsfunktion aber auch nicht vernachlässigen.

Organisation

Materialliste

  •       Musikbox
  •       Märchenbuch mit dem Märchen “Das Märchen vom Schlaraffenland”
  •       Sitzkissen
  •       Märchentunnel

Raumskizze

aus Datenschutzgründen entfernt

Verlaufsplanung

Ziel:Einstieg in die Märchenwelt

Handlungsschritt 1

Ich stelle das Märchenbuch  in die Mitte des Raumes. Darunter liegt das Märchenbuch mit der Geschichte “Das Märchen vom Schlaraffenland”.  Die Sitzkissen lege ich wie auf der Skizze beschrieben.

Ich gehe mit den Kindern in den Nebenraum.

Wenn wir dort sind, werde ich die Kinder bitten sich auf die Sitzkissen zu setzen.

Mögliche Situation:

Ein Kind weiß nicht, wo es sich hinsetzen soll.

Vorschlag:

Dem Kind erklären, wo es sich hinsetzen kann und ihm die Sitzkissen zeigen.

Nachdem alle Kinder im Kreis sitzen und auf das Märchenbuch, oder die Raumgestaltung gucken, warte ich auf Ideen der Kinder. Ich greife diese auf und versuche sie ins Thema zu leiten.

–     Angebotsvorbereitung,

–     um die Plätze der Kinder festzulegen und so Störungen zu vermeiden.

 

– jedes Kind hat seinen eigenen Platz

 

– Hier beziehe ich die Kinder mit ein, um das Thema zu erarbeiten.

– durch das Beschreiben und Einbringen der Ideen wird Sprache gefördert.

Handlungsschritt 2

Ich nehme mir das Buch und fange an die Geschichte “Das Märchen vom Schlaraffenland” vor zu lesen. Hierbei halte ich mich an meine Textmarkierungen im anhängenden Text unter 5.1.

Ich werde nach jedem Sinnes-abschnitt eine kurze Pause machen, Blickkontakt zu den Kindern aufbauen und eventuell aufkommende Fragen, sowie nicht bekannte Wörter kläre. [3] 

Bei der ersten Pausenmarkierung werde ich die Kinder kurz nach ihrer Meinung über das Schlaraffenland fragen.

Es ist mir wichtig, dass die Kinder sich hier ganz nach ihrer Fantasie richten und ggf auch weitere Aspekte ergänzen. Sie sollen aus ihrem eigenen Leben erzählen, wo man vielleicht für manche Momente auch in einem Schlaraffenland lebt!

mögliche Situation:

Nicht alle Kinder möchten etwas dazu sagen.

Lösung: Es ist bei einer Fragestellung dieser Art nicht relevant, dass es jedes Kind seine Meinung äußert. Wenn ein Kind dies nicht möchte, sollte man es auch nicht zwingen! Nachdem die Kinder ihre Meinung gesagt haben, lese ich die Geschichte weiter vor und halte mich hierbei an meine Markierungen.

Handlungsschritt 3

Nun stelle ich den Kindern die Fragen, die  in den jeweiligen Textpassagen markiert habe. 

Als nächstes ziehe ich einen Vergleich und gebe einen Gesprächsimpuls, ob wir manchmal auch in unserem Leben ein Schlaraffe sein können. Wichtig hierbei ist mir, dass die Kinder verstehen, dass wir auch Schlaraffen sein dürfen, aber spätere unsere Pflichten nicht vergessen dürfen.

Methodisch könnte ich dies z.B so realisieren, indem ich die Kinder Frage , ob wir immer ein Schlaraffe sein dürfen, oder nicht. In welchen Situationen ist man kein Schlaraffe?

Ich lese die letzten Zeilen vor

– spielerisches herranbringen an das spätere , regelkomformere und strengere Schulleben

Da die Kinder bald in das erwachsenere Schulleben kommen, wird sich einiges für sie Ändern. Sie sollen schrittweise darüber nachdenken, ob die Welt nur aus einer heilen Welt besteht. Ich werde diesen mit meinen Fragen aber keineswegs kaputt machen, sondern sie nur zum eignen Denken anregen..

Handlungsschritt 4

Ist die Geschichte zu Ende gelesen, werde ich das Buch zur Seite legen. Ich fange jedoch nicht sofort an zu reden, da ich den Kindern Zeit geben möchte alles zu verarbeiten. (Ich werde innerlich die Sekunden zählen, um den Kindern wirklich Zeit zu lassen, die Geschichte zu verstehen.)Ich beginne nach einiger Zeit nun meine Worte mit: Was hat euch gut an dem Märchen gefallen??

Kinder benötigen die Zeit, um Ereignisse schlüssig verarbeiten zu können.

Bewusst nehme ich hier nicht die Frage, was den Kindern am Märchen NICHT gefallen hat, da ich die positiven Aspekte bestärken möchte und nicht die Negativen.

Abschließend begleite ich alle Kinder zurück in den Gruppenraum, welche zurück durch den Märchentunnel gehen.

Anhang/Pozek Schlüssel

Personen

Direkte Personen gibt es in diesem Märchen nicht. Eher ist es so, dass jeder sich bei diesem Märchen angesprochen fühlen kann.

Ort

Das Märchen findet im Schlaraffenland als Hauptschauplatz statt:

Zeit

Das Märchen ist zeitlos

Ereignis

Das Märchen folgt einer Abfolge verschiedener Ereignisse.

Kern

Aus diesem Märchen kann man mehrere Kernaussagen ziehen:


Das Schlarrafenland versteht es die (kindliche) heile Welt wieder zu spiegeln, bei der  keine Gegenleistungen verlangt werden.  Man möchte den Wunsch äußern selbst nach dieser Fantasie Insel zu suchen und diese Paradies ähnliche Welt kennen zu lernen. Eine weitere Assoziation könnte sein, dass das Schlaraffenland die emotionale Versorgung einer Mutter-Kind-Beziehung wiederspiegelt. Nach kritischer Hinterfragung lässt sich jedoch auch sagen, dass dieses Märchen ambivalent zu interpretieren ist.  In dem Märchen lassen sich Aspekte von “erstickender, festhaltender, verwöhnender Mütterlichkeit”(2) finden.  Ziel dieser ganzen “Sucht” soll das befreien der eigenen Zwänge sein um zur vollen Autonomie zu gelangen

Literaturangaben / Quellen *

 Literatur auf Amazon.de

Quellen aus dem Internet
  • (1) http://www.familie.de/kind/artikel/warum-kinder-maerchen-brauchen/maerchen-liefern-kindern-orientierung/
  • (2) http://www.symbolonline.de/index.php?title=Schlaraffenland
  • http://www.psy.lmu.de/epp/studium_lehre/lehrmaterialien/lehrmaterial_ss10/wintersemester1011/lehrmat_sodian/einf_entwspsycho/bscnf_ws10_06.pdf

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