Ermutigen

Die Situation

Kind 1 stellt sich auf die Balancierstange, guckt um sich und geht vorsichtig wieder herunter.

Ich stand in geringer Distanz zu dem Kind und habe das Geschehen beobachtet. Ich kniete mich vor ihm um mit ihm auf Augenhöhe zu sein und frage ihn, wieso er nicht über die Stange gegangen sei.
Ich hatte ein paar Tage vorher bereits beobachtet, dass er versuchte über das Hindernis herüber zu gehen.
Er sagt leise „zu hoch“. Ich sagte zu ihm:“ Komm, ich nehme dich an die Hand und halte dich ganz fest! So kannst du gar nicht mehr runterfallen!“

Er weigert sich immer noch. Ein weiteres Kind aus einer anderen Gruppe kommt. Kind 1 und ich gehen zur Seite und das Kind aus der anderen Gruppe balanciert über die Stange. Roman guckt diesem Kind traurig hinterher.


Ich nehme Roman an der Hand und sage ihm:“ Komm Kind 1! Du schaffst das auch!“

Kind 1 steigt auf den ersten Stamm und hält sich an meiner Hand fest. Vorsichtig balanciert er auf den zweiten und dann auf den dritten. Er stand nun in der Mitte der Balancierstange. Ich lasse Roman los und sage ihm, dass er sich an mir festhalten kann und ich ihn auffangen werde, wenn es ihm zu unsicher wird.

Kind 1 hält sich an der Stange fest und ist verunsichert. Er schaut zurück. Ich rede ihm gut zu. Im Anschluss schafft er es, dass er alleine seinen Fuß nach vorne streckt. Er erreicht den vierten Stamm und hält sich auch an diesem fest, dann den fünften und so weiter. Er überquerte alles ganz alleine!

Wie habe ich in der Situation aktiv gehandelt oder reagiert? Wie reagierten die Kinder?

Ich sah, dass  Kind 1 an der Balancierstangen Interesse zeigte. Da Kind 1 ein eher schüchternes Kind ist und viel Zuspruch benötigt, wollte ich ihm diesen Halt bieten.

Ergänzend sollte ich erwähnen, dass ich Kind 1 bereits aus meinem FoS Jahrespraktikums kannte und deshalb etwas von seiner Persönlichkeit wusste.

Also habe ich versucht ihm Mut zum Überqueren der Balancierstange zu gehen. Kind 1 reagierte darauf zuerst mit Ablehnung.

Nachdem das andere Kind über die Stämme gelaufen war habe ich gemerkt, dass es Roman nur an der Überwindung fehlte. Ich ermutigte ihn mit aufmunternden Worten, reichte ihm meine Hand zur Hilfe und stand ihm die ganze Zeit zur Seite. Dies gab ihm so viel Zuversicht, dass er sein gewünschtes Ziel erreichte.

Warum habe ich so gehandelt?

Ich habe so gehandelt,  da ich Kind 1 in dieser Situation bei seinem offensichtlichen Wunsch helfen wollte. Dies halte ich für wichtig, da es gerade die kleinen Erfolge sind, die Kinder in ihrem Handeln und auch in ihrer Persönlichkeit weiter bringen und stärken.

Ein Kind, welches einen hohen Selbstwert besitzt, ist automatisch selbstsicher und hat so mehr Mut und Selbstvertrauen. Durch mein Handeln wollte ich Kind 1 Selbstvertrauen stärken.

Wie beurteile ich mein Verhalten?

Mein Verhalten  beurteile ich  hier sehr positiv und bin von meiner Haltung in dieser Situation überzeugt. Ich war mir bei meinem Handeln recht sicher. Das von mir gesetzt  Ziel war, dass Kind 1 über die Balancierstange geht. Dies hat er am Ende selbstständig geschafft.

Was spräche dafür, was spräche dagegen?

Für mein Verhalten spricht, dass Kind 1 sich traute über die Balancierstange zu gehen. Er wurde ermutig und bekräftigt.

Alternativ hätte ich auch anders reagieren können. Ich hätte ich noch länger abwarten können, ob Kind 1 alleine den Schritt wagt über die Balancierstange zu gehen.

Ich hätte die Situation abwarten und nicht reagieren können. Hierbei bin ich allerdings der Meinung, dass man einem Kind ruhig eine Hilfestellung geben sollte, wenn das Kind es benötigt

Was würde ich evtl. demnächst anders machen?

Ich musste etwas überlegen bis ich die richtige Wortwahl zur Ermutigung seines Handelns gefunden habe.   Ich habe es nicht geschafft Kind 1 nur mit Worten zu bestärken. Hier werde ich mit der Zeit durch meine Erfahrung und der Routine des Alltages dazu lernen.

Ich werde versuchen Kinder eindringlicher zu ermutigen und zu trösten.


In einer ähnlichen Situation würde ich jederzeit wieder so handeln.

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