Erziehung nach Klaus Hurrelmann – Werte, Normen & Basiskompetenzen

Mit diesem Fachtext möchte ich heute die Erziehung nach Klaus Hurrelmann erklären. Der Text basiert auf Basis des unten stehenden Schaubild.

 

Erziehung nach Klaus Hurrelmann - Werte, Normen & Basiskompetenzen

Erziehung nach Klaus Hurrelmann – Werte, Normen & Basiskompetenzen

Um die Frage zu beantworten müssen wir zunächst einige Grundlagen schaffen.  Der Artikel beschäftigt sich als Erstes mit Erziehungszielen und ihren Zusammenhang mit Werten und Normen. Im Anschluss erweitere und erläutere ich den Begriff ” Basiskompetenz”. Hier folgt ein kleines, selbst inszeniertes Fallbeispiel. Nachdem schlussendlich alle Grundlagen geklärt wurde, wird die Erziehung nach Hurrelmann, auf Grundlage des Fallbeispiels, geschildert. Am Ende folgt die Definition nach Klaus Hurrelmann. Anfangen werde ich mit dem Werte und Normensystem.

Erziehungsziele: Werte und Normen


Ich möchte beginnend auf Wert, Normen und Erziehungsziele eingehen.  Jeden Punkt werde ich kurz beschreiben und diese am Ende zusammenfassen. Das Ergebnis stellt den Zusammenhang dieser Begriffe dar.

Werte

Grundlegend sind Werte erstrebenswerte und wünschenswerte Vorstellungen einer Gruppe/Gesellschaft. Wir unterscheiden dabei zwischen 2 Arten. Primäre Werte beschreiben wir mit  Geborgenheit, Sicherheit und Liebe. Diese Werte sind essentiell für jeden Menschen und allgemeingültig.  Sekundäre Werte können sich von Familie zu Familie und Instinkt verändern. Jeder legt diese für sich selbst in seiner Familienstruktur fest. Werte sind z.B. Die Gesundheit, oder die Gewaltfreiheit

Normen

Unter Normen versteht man eine Verhaltensanweisung, an die sich ein Mensch halten soll/muss. ( vgl. Soll & Muss-Normen). Normen als Verhaltensanweisungen ergeben sich aus den jeweiligen Werten. Normen sind z.B. Regeln, wie ” Du sollst nicht rauchen”, oder “Du sollst nicht schlagen”.

Erziehungsziele

Erziehungsziele sind für jeden Erzieher und für jede Bezugsperson elementar wichtig!  Damit eine bewusste Erziehung erfolgen kann, benötigt der Erzieher klare Erziehungsziele. Er/Sie muss stets wissen, was er/sie vermitteln möchte und wie er sich dem Kind gegenüber verhält.

Ich fasse also einmal kurz zusammen:

  • Werte sind Vorstellungen der Gesellschaft, die als Wünschenswert angesehen werden. Sie vermitteln dabei eine grundlegende Orientierung um urteilen und handeln zu können.
  • Normen sind Verhaltensanweisungen, wie die Werte der Gesellschaft umgesetzt werden können.
  • Erziehungsziele sind eine Orientierungshilfe und beschreibt, wie ein Kind sich Verhalten sollte. Im Anschluss resultiert ein entsprechendes Erzieherverhalten.

Der Zusammenhang

Erziehungsziele orientieren sich an den Werte und Normen der Gesellschaft. Die Vermittlung von Werten geschieht mit Hilfe von Erziehung

Die Basiskompetenzen

Nachdem wir nun erläutert haben, welche Begrifflichkeit hinter Werte, Normen und Erziehungszielen steckt, möchte ich auf die Basiskompetenzen eingehen. Basiskompetenzen definieren dabei die Fähigkeiten, die Kinder eine Hilfe zur Orientierung in verschiedenen Lebenssituationen bietet.  Bei den Basiskompetenzen unterscheiden wir zwischen 5 Bereichen.  Diese Bereichen sind immer im Kontext von “befähigt sein”, oder die “Fähigkeit besitzen” zu lesen. Sie unterteilen sich in:

Sachkompetenz 
Sachbezogen auf Umwelt & Natur, dementsprechend handeln und Probleme lösen zu können
  • Handlungswissen
  • Fertigkeiten
  • Sachkenntnisse
Selbstkompetenz
sich selbst wahrzunehmen, sich selbst ausdrücken können & Probleme selbst lösen
  • Kreativ sein
  • Sich selbst gut kennen
  • Positives Bild von sich selbst haben
Sozialkompetenz
Soziale Bindungen eingehen, andere Wertschätzen und empathisch zu sein
  • Konfliktfähigkeit
  • Empathie
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kooperationsfähigkeit
Lernkompetenz
Die Bereitschaft immer etwas neues Lernen zu wollen, sich neues Wissen aneignen möchten
  • Neues Wissen erlernen
  • bereits Gelerntes erweitern
  • Lernprozesse selbst steuern & beeinflussen können
Umgang mit Belastungen und Veränderungen
In belastenden, oder veränderten Situationen handeln zu können
  • Resilienz aufbauen -> Widerstandskraft aufbauen

Fallbeispiel

Ich möchte, anlässlich der Basiskompetenzen, nun eine kleine Handlungssituation inszenieren.  Im Anschluss werde ich kurz den Bezug zu den Kompetenzen herstellen.

Betreuer 1 ist Erzieher und arbeitet in einer Wohngruppe für junge Erwachsene. Das Ziel des Bildungsangebot soll das Etablieren einer regelmäßigen Kinderkonferenz sein. Betreuer 1 möchte dafür einen Rahmen mit den Jugendlichen erarbeiten.  Er möchte gemeinsam mit den Jugendlichen überlegen, welche Rollen es geben soll( Sprecher, Protokollant ..), in welchem Raum die Gruppenkonferenz stattfinden soll( Mit Deko etc.), welche Getränke serviert werden und wie regelmäßig die Gruppenkonferenz stattfinden soll. Im Vorfeld überlegt er sich welche Kompetenzen bei den Jugendlichen gefördert werden sollten.

Sachkompetenz 
  • Jeder Jugendliche kommt an die Reihe und darf seine eigenen Vorstellungen und Wünsche äußern. Dabei wird auf jedes Bedürfnis eingegangen.
Selbstkompetenz
  • Die Entscheidung wird selbst entschieden und Vorschläge dürfen geäußert werden.
Sozialkompetenz
  • Die Jugendlichen dürfen ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
  • Durch die gemeinsame Besprechung wird(kann) ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstsein bestärkt werden.
  • Die Entscheidungen werden in der gesamten Gruppe besprochen & entschieden. Einher damit geht die Besprechung und Evaluation der Aufgaben.
Lernkompetenz
  • Die Jugendlichen hören gespannt zu und bringen neue Ideen in das Gruppengefüge mit ein. Dies kann z.B. auf Basis von Erfahrungen, oder Geschehenem passieren.
Umgang mit Belastungen und Veränderungen
  • Im Laufe der Entwicklung  sind manche Kinder evtl. weniger gefördert worden. Durch die Gruppenkonferenz werden ihr Vorstellungen und Wünsche beachtet und aufgenommen.
  • Entwicklung der sogenannten Resilienz

Erziehung nach Klaus Hurrelmann

Das Fallbeispiel ist zugleich ein Paradigma für die Erziehung nach Hurrelmann. Betreuer 1 bespricht mit den Kindern wie der Raum und die Tische dekoriert werden sollen und was sie gerne essen & trinken möchten. ( Soziale Interaktion zwischen einem Erwachsenen und einem Kind/Jugendlichen). Ebenfalls wird besprochen, welche Aufgaben eine einzelne Person oder eventuell eine kleine Gruppe übernehmen sollte. Er berücksichtigt die Bedürfnisse jedes Jugendlichen, hat aber auch genaue Vorstellungen über den Ablauf.

Die Jugendlichen werden durch diese Besprechung selbstständiger, leistungsfähiger und verantwortungsvoller. Die Begriffe erläutere ich dabei, wie folgt:

  • Verantwortungsvoller: Aufgaben alleine übernehmen und eigene Ideen entwickeln.
  • Leistungsfähiger: Jeder strengt sich an und fügt seine Ideen ein
  • Selbstständiger: Die Gruppe trifft eigene Entscheidungen, probieren aus und schlagen neue Ideen vor.

Die Definition nach Klaus Hurrelmann:


“Erziehung ist die soziale Interaktion zwischen Menschen, in denen ein Erwachsener planvoll und zielgerichtet versucht, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und der persönlichen Eigenart des Kindes, erwünschtes Verhalten  zu stärken, oder zu entfalten. Erziehung ist ein wesentlicher Bestandteil des umfassenden Sozialisationstationsprozess, bei dem ein Erwachsener bewusst in die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes eingreift. (Leistungsfähigen, Selbstständigen und Verantwortungsvollen) – Klaus Hurrelmann

 

Quellen / Literaturangaben *

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