Informationen zum Thema Verhaltensauffälligkeiten

Botschaften von Kindern

Wenn ein Kind oft auffällt und uns provoziert, so ist dies nicht als ein “böses” Verhalten abzustempeln. Viel mehr, ruft dieses Kind nach unserer Hilfe, weil es den vielen Reizen dieser Umwelt nicht standhalten kann. Doch wie genau sollte man sich in einer solchen Situation verhalten? Wie soll ich reagieren? Was sage ich den Eltern? 

Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern bringen uns oft an die Grenzen unseres pädagogischen Handelns. Oftmals lässt es sich schwer einschätzen und umgehen. Wie sieht das genau mit der Realität von verhaltenskreativen  Kindern aus? Sind sie anders, verstehen wir die Kinder nur anders? Warum empfinden Erwachsene solches Verhalten oft als falsch und deuten kindliche Botschaften so gravierend artifiziell?

Moderne Forschungen zeigen, dass wir Erwachsenen oft in der gemalten, aufs Blatt gebrachten Realität der Kinder, unsere eigene Erwachsenenrealität wiederfinden wollen. Was bedeutet dies nun für uns? Stehen wir den Empfindungen und Botschaften unserer Kinder nur selbst im Weg? .


Wie interpretieren wir Botschaften von Verhaltensauffälligkeiten der Kinder richtig und wer hat überhaupt das Recht einem Kind mittels einer Diagnostik zu verurteilen?

Eines können wir jetzt schon fest sagen! Die heutige Zeit geht viel zu leichtfertig mit dem Begriff “Verhaltensauffälligkeiten” um. In vielen Familien benehmen sich Kinder unruhig, sind ängstlich, aggressiv oder störend. Anschließend werden Symptome gesucht, ohne die Ursache finden zu wollen. 

Dieser Fachartikel von setzt sich mit der Problematik von Botschaften verhaltensauffälliger Kinder auseinander, gibt Anregungen für eine frühzeitige Erkennung und bietet eine selbstkritische und anregende Auseinandersetzung mit der Methodik und dem Umgang von Botschaften von Kindern. Auf diese und mehr Fragen werden wir mit diesem Artikel eingehen und versuchen praxisnahe Tipps zu vermitteln. 

Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt

Kinder sind dazu bestimmt zu lernen. Kinder brauchen das Lernen um sich ihre Welt erschließen zu können und sich kognitiv weiter zu entwickeln. (Spitzer,Lernen: Gehirnforschung und die Schule des Lebens, 2004) 

Auch benötigen Kinder das Lernen um sich die Werte und Normen dieser Gesellschaftsstruktur erschließen zu können. Eine Teil hiervon ist die Auseinandersetzung mit den Reizen dieser Umwelt. Moderne Studien zeigen, dass immer mehr Kinder an diagnostizierten Symptomen von Verhaltensauffälligkeiten “leiden”. Was bedeutet dies für uns Erzieher und Eltern?

Generell wird die Verhaltensauffälligkeit zwischen der externalisierenden und der internalisierenden Form unterschieden. Die erste bezieht sich auf die hyperkinetischen Verhaltensweisen, wie Impulsivität und aggressiven Verhalten, wie Schlag, oder Treten von Personen. Zweites bezeichnet Trennungsängste, Konfliktvermeidung, oder Überängstlich. Gründe für die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten kann es viele geben. In vielen Fällen spielen Faktoren, wie Disposition, Entwicklungsverzögerung, Hyperaktivität, geringe Frusttrationstoleranz und vieles mehr dazu bei. Ursachen in der Familie könnten gesucht werden, indem wir über Verwöhnung, antiautoritäre, oder inkonsistente (wechselhafte) Erziehung reden. Wir könnten über den Kita-Alltag reden, wo es manchmal vorkommt, dass ein Kind, vielleicht sogar unbewusst, von den Erzieherinnen in seinem Tun bestärkt wird. Aber hätte, wenn und aber!Die Schuldfrage ist hier völlig fehl am Platz.

“Clownerei”, Gewaltätigkeit mit Angst. Es ist alles eine Frage, wie es etikettiert wird. Wenn ich jetzt stundenlang über die Ursachen und mögliche Problemsituationen rede, wird das fundamentalste in diesem Beruf überhaupt vergessen. Der Umgang mit dem Kind. Wichtig für uns, als Pädagogen ist mehr, wie wir ein Kind mit Neigung zu Verhaltensauffälligkeiten darin helfen können, sich mit der Welt positiv entwickeln zu können.

Botschaften von Kindern richtig deuten und fördern

Was wir nun wissen ist, dass Kinder uns unbewusste Botschaften senden können. Sei es die Entwicklung des Zeichnens bezogen auf die kognitiven Entwicklungsphasen nach Piaget (aus: Di Leo, Joseph: Die Deutung der Kinderzeichnung, 1992, S. 43), oder aber Teegen, Frauke”: Die Bildersprache des Körpers, Reinbek 1992 , S. 59-64 über die Bedeutung des Bildraumes. Beide haben eines gemeinsam. Sie zeigen uns auf unterschiedlichste Weise, wie Kinder uns Botschaften mitteilen können. Nehmen wir als Beispiel den kleinen 6 jährigen Leon, der laut den kognitiven Entwicklungsphasen nach Piaget intuitiv, nicht aber logisch ein Bild still am Tisch zeichnet. Von Leon wird dieses Bild bewusst als Geschenk für die Erzieherin eingesetzt. Anstatt sich zu bedanken und das Bild weg zu stecken, lassen Sie uns doch einen näheren Blick auf das Bild nehmen. Dieses Bild ist ist nämlich kein Bild, wie wir es kennen.

Dieses Kind malt uns hier einen Brief. Es „erzählt“ Geschichten, zeigt, was es gerade tut, stellt dar, was es sich wünscht und vermittelt damit ein Bild seiner Wahrnehmung und Vorstellung. Jede Kinderzeichnung beinhaltet Selbstaussagen des Kindes. Eine vorschnelle Deutung wäre jedoch nicht wünschenswert, reduzieren wir so doch das Bild leicht auf eine eigene Interpretation.

Von der Ich-Darstellung kann man auf die Wertung der eigenen Person schließen. Wenn bestimmte Körperteile besonders groß dargestellt werden oder fehlen, so ist das ebenfalls bedeutsam. Welche Teile werden besonders liebevoll dargestellt? Sind das die Haare oder die neuen Schuhe? 

Die Darstellung des Nabels ist für viele Kinder eine wichtige Sache. Aber auch wichtige Gegenstände befinden sich meist in der Nähe der eigenen Person, so zum Beispiel wichtige Menschen oder Spielzeuge. Kinder, die sich gerne als Erwachsene zeichnen, bringen zum Ausdruck, dass sie gerne groß (und mächtig) wären. Kinder ohne Hände fühlen sich eventuell handlungsunfähig, Kinder ohne Beine bewegungsunfähig. Ein Kind ohne Gesicht sagte von sich selbst: “ich bin niemand.”

Was ist auf dem Bild zu sehen? Welche Eigenschaften hat dieses Bild? Welche Geschichte erzählt uns das Bild? Welche Geschichte möchte uns Leon mit seinem Brief erzählen? Dies können nur einige Fragen sein, mit denen wir uns hierbei beschäftigen können. Bareis, Alfred´s “Vom Kritzeln zum Zeichnen und Malen, Donauwörth 1989” beschäftige sich schon länger mit der Darstellung kindlicher Verhaltensweisen und somit auch unseren Botschaften.

Jedes Kind ist einzigartig

Haben wir zu Beginn des Kindergartenjahres eine gründliche Situations- und Bedarfsanalyse gemacht?

Können wir jedes einzelne Kind in unserer Gruppe nach seinen Bedürfnissen, Interessen und Entwicklungsstand benennen? Können wir die Eltern, ihre Erziehungsvorstellungen, ihr Familienklima und mögliche Belastungs- und Familienprobleme einschätzen?


Wir als Erzieher sollten uns eines bewusst machen. Als Grundlage unserer pädagogischen Arbeit und der frühzeitigen Erkennung von Verhaltensauffälligkeiten dienen uns die Beobachtungen. Wichtig hierbei ist es, sich nicht auf das problematische Verhalten zu konzentrieren, sondern das Kind durch eine großes Spektrum von seinem Potenzial und Kompetenzen zu machen. Weiter, so müssen wir uns immer wieder dem Kontakt mit dem Kind stellen und uns den Kontext reflektieren. In Interaktionen vor, während und nach dem auffälligen Verhalten gehen und uns stetig Fragen, wozu was wir gerade bezwecken möchte.

Literaturangaben / Quellen*:

Literatur auf Amazon.de
Quellen aus dem Internet
  • http://www.kindergartenpaedagogik.de/
  • http://www.lernen-und-foerdern.com/
  • http://www.iaq.uni-due.de/

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