Inselrallye für Kinder und Jugendliche

Kindergruppe: alle 13 Kinder

Material: 2 Rucksäcke, 2 Blöcke, Stifte,2 Laufzettel 1x pro Gruppe, Karte Norderney mit Markierungen, Luftballons

Ort: –

Verlaufsplanung:


Einstieg Gruppenbildung: Gruppenbildung mit Namenfindungsspiel „Nachnamenspiel“ Einführung durch erklären, Gruppen zusammenführen

HS1 Themenvermittlung: Gruppenraum Regel und Spielidee-Vermittlung langsam betonend deutlich

HS2 Vorbereitung: Rucksäcke verteilen, Karte/Laufzettel betrachten jede Gruppe wählt eigenständig Weg zu Stationen, Gruppen trennen, sodass gruppeninterne Taktik verfolgt werden kann. Plan mit Gruppe schmieden Betreuer 1 & 2 leiten jeweils eine Gruppe unter Begleitung/ Anleitung

HS3 Ablauf Rallye: Bei Kreuz ist eine Markierung mit einer Aufgabe von X zu X mit diversen Spielen(siehe Anhang), bei Stationen langsam und ruhig die Station erklären und Gruppe anleiten und bei Fragen zur Seite stehen, letzte Kreuz Kurheim

HS4 Auswertung: Gruppenraum treffen „Pantomime Spiel“, danach Reflexion der Rallye mit Kindern

Pädagogische und didaktische Begründungen

Da die Gruppe sich gerade in der Norming – die Regelungs- und Übereinkommensphase befindet,  versuchen wir mit diesem Angebot, gruppendynamische Förderung durch Teamwork durchzuführen mit div Spielestationen und selbstständiger Wegfindung.  Das Angebot beinhaltet viel Bewegung; welches einen Teil der Kurmaßnahme darstellt. Wir haben diese mit Spielen und aufgaben verbunden um so die Kinder spielerisch zur Bewegung zu motivieren. Erlernen von Zusammenhalt und Teamwork der Gruppe. Bildung neuer Gruppenstrukturen durch eine Methode nach dem Zufallsprinzip anhand des Namensspiels.

Anhang der div: Spiele

Schuhe zubinden

Alter                             mind. 8

Gruppe                        mind. 2 Kinder

Dauer                           unter 10min.

Material                       –

Spielbeschreibung:

Partner schnüren sich-jeder mit einer Hand- einen Schuh zu.

Variation: mit geschlossenen Augen

Drei Leute mit drei Füßen

Alter                                          mind. 8

Gruppe                                     mind. 3 Kinder

Dauer                                        unter 10 min

Material                                 –

Spielbeschreibung:

Drei Kinder sollen mit maximal 3 Füßen eine bestimmte Strecke laufen.

Variation: 4 Leute mit höchstens 2 Händen und 3 Füßen auf dem Boden.

Pantomime Spiel

Alter                                          mind. 10

Gruppe                                     größere Gruppen

Dauer                                        5-30 min

Material                                   Wörterkarten

Spielbeschreibung:

Kinder bekommen Karten mit Wörtern, die sie mit Gesten erklären müssen.

Balltransport / Eierlaufen

Alter                                             mind. 4

Gruppe                                        mind. 2

Dauer                                           unter 10min

Material                                        Löffel, Gabel, Flaschen, Teller(je nach Variante)

Spielbeschreibung:

Hindernislaufen mit Ball/Ei/Luftballon auf Löffel oder Rücken an Rücken nach Variation.

Nachnamenspiel

Alter                                              mind. 6

Gruppe                                         mind. 2

Dauer                                            unter 10min

Material                                        Zettel mit Namen

Jeder Mitspieler bekommt einen Zettel mit einem Nachnamen und ruft diesen so laut er kann in den Raum herein. Hierbei versucht er andere Mitspieler mit demselben Nachnamen zu finden, sodass immer Paare oder kleine Gruppen entstehen.

Laufzettel

 

Was ist die mittlere Temperatur auf der Erde? ____________________________________________

Wie viele Monde hat die Venus?              ____________________________________________

Nennen die zehn größten Asteroiden? ____________________________________________

Wie heißen die Monde des Mars? ____________________________________________

Nenne die mittlere Entfernung vom Mars zur Sonne? _____________________________________

Welchen See kann man von der Aussichtsdüne sehen? ______________________________________

Was sieht man, wenn man von der Aussichtsdüne in Richtung Südwest guckt? ___________________

Wie viele Regentage hat Norderney durchschnittlich im Jahr?  ________________________________

Wie heißt die Stadt, von wo aus ihr nach Norderney gekommen seid?   _________________________

Spielstationen erfolgreich abgeschlossen:

O O O

Reflexion zur pädagogischen Aktivität der Inselrallye

Im Vorfeld haben Betreuer 1 und ich  uns sehr viele Gedanken gemacht, eine den Jugendlichen angemessene Rallye zu planen.  Irgendwann kam ich auf den Grundgedanken, den Jugendlichen nur die Stationen auf einer Karte einzuzeichnen und sie den Weg selber suchen zu lassen. Diese Idee und das Konzept fand ich grandios und es hat sich auch in der Praxis, mit einigen kleinen Änderungen, als spaßig und tragfähig erwiesen. Da die Planung im Vorfeld sehr umfangreich war, und ich ein derartiges komplexes Angebot noch nie geplant, und aufgrund der fehlenden Praxis, sind mir im Nachhinein noch einige Unzulänglichkeiten aufgefallen, die ich noch benennen werde. Zu Beginn der Inselrallye war die Stimmung aufgrund von pubertären Problemen einiger Kinder belastet. So hatte ein Kind beispielsweise Streit  mit einem anderem Kind, was die allgemeine Stimmung drückte.  Als das Nachnamenspiel zur Gruppenbildung einleitete, standen wir vor einer demotivierten Gruppe.

Betreuer 2 erklärte die Regeln und schaute mich dabei gelegentlich an, was mir das Gefühl gab, ihn ergänzen zu müssen. Hierbei wäre eine klarere Absprache vorher empfehlenswert gewesen, da wir uns so ins Wort gefallen sind. Hier wäre es bestimmt auch besser gewesen, zu planen, dass die Gruppen von den Kindern gebildet werden, da Betreuer 2 in seiner Gruppe wohl wegen dem Nachnamenspiel Probleme hatte.

Auch hat es das eigentliche Ziel, Gruppenbildung, und die damit verbundene Gruppenarbeit bei den einzelnen Aufgaben der Rallye,  sehr erschwert. Deshalb sehe ich meiner Vorbereitung in diesem Punkt skeptisch. Als das Namensspiel erklärt war und die Kinder starteten, fing es eher lustlos an. Die Kinder konnten sich nur schwer überwinden den Nachnamen laut zu rufen. So  sagten die Gruppen ihren Namen und fanden sich zusammen. Bis auf Kind 2, die in der Ecke saß und ein Buch las und nicht zu motivieren war. Betreuer 2 hat sie nach ihren Nachnamen gefragt und die Gruppe zu ihr geschickt.

Eventuell wäre eine andere Methode zur Gruppenwahl sinnvoll gewesen, die für die Kinder nicht so „uncool“ oder so viel Überwindung gekostet hat,  auch wenn ich bei gemischten Gruppen bleiben würde. Ich schickte  den Rest der Gruppe, also meinen Teil, zur Strandgarderobe. Anschließend erklärte ich den Kindern ihre Aufgabe, wie es nach den Handlungsschritten geplant war. Dazu holte ich die Karte raus. Gleich studierten die Kinder die Karte und erkannten, dass das erste Kreuz auf dem Spielplatz war und  gingen los.

Die Kinder fanden grundsätzlich die kürzeste Route zum nächsten Kreuz. Sie schauten gemeinschaftlich auf die Karte und  arbeiteten bei den Stationen prima im Team zusammen. Allerdings war der Laufzettel nicht gut strukturiert und ausbaufähig, wie oben schon erwähnt. So musste ich  sehr viel erklären, da die Fragen nicht eindeutig gestellt waren.  Jedoch werde  ich bei meiner nächsten Rallye, die ich gestalten werde, die Fragen nach Stationen unterteilen und die Stationen verschiedenen Farben zuordnen. Ferner  werde ich den Laufzettel in derselben Farbe darstellen, sodass der Laufzettel sich quasi selbst erklärt. Auch werde ich daran arbeiten, die Fragen eindeutiger zu formulieren und versuchen die Rallye von einem unbeteiligten Erwachsenen vorab lösen zu lassen. 

Da die Fragen für meine Gruppe auf dem gleichen  Zettel standen, wie die Fragen der zweiten  Gruppe, aber verschieden waren, standen die Fragen  für eine Gruppe, in diesem Fall meiner Gruppe, falsch herum. Darauf werde ich bei kommenden Angeboten auf jeden Fall achten und die oben genannte Methode, mit klaren Strukturen des Zettels verwenden, sodass auch beim rückwärts Lösen, der Zettel leicht verständlich ist. 

Des Weiteren war es  schade, dass eine gemeinsame Reflexion der Gesamtgruppe nicht durchgeführt wurde. Die zweite Gruppe absolvierte die Rallye nicht schnell genug und verpasste das Abendessen. Diesen Fall hatte ich nicht einkalkuliert und somit habe ich kurzfristig in Absprache mit Betreuer 2 besprochen, die Rallye  gruppenintern zu reflektieren und die gemeinsame letzte Station auszulassen.

Ferner hätten sich die Gruppen definitiv gegenseitig schlecht gemacht oder einige Gruppenteilnehmer kritisiert, wie es bei Betreuer 2´s Gruppe der Fall war.  Erfreulich fand ich, dass die Kinder meiner Gruppe, die zu Beginn alle etwas schlecht gelaunt  waren, mit zunehmendem Spielverlauf, immer bessere Laune bekamen.  Diese Beobachtung konnte ich vor allem bei Kind 1 feststellen, der bei dem ersten Teil der Rallye alleine voraus gelaufen war und sich kaum ins Gruppen geschehen integriert hat.

Am Ende der Rallye war er so motiviert, dass er unbedingt die Antworten auf den Laufzettel schreiben wollte.  Auch das Ziel, die Gruppe zu mischen, umso die Gruppe näher zu führen und einen gemeinsamen Teamgeist zu finden, dieses Ziel wurde für meinen Teil der Gruppe auf jeden Fall erreicht.  Die Spielstationen verliefen problemlos. Der Weg wurde auf Anhieb gefunden und war immer der kürzeste, teilweise fanden die Kinder sogar Wege, die ich beim Testrundgang nicht gegangen war.

Diese „Schleichwege“ erschienen mir kürzer und besser. Kind 1, der sonst gar nichts mit Kind 3 in der Gruppe zu tun haben wollte,  schienen auf einmal beste Freunde zu sein und liefen ein ganzes Stück lachend nebeneinander her. Abschließend kann ich sagen, dass ich zufrieden bin, auch wenn einige Dinge an diesem Angebot unschön oder nicht ganz so gut gelaufen, beziehungsweise geplant waren. Ich erkenne meine Fehler an und bin froh, hieraus  zu lernen. Bei der nächsten  Planung werde ich versuchen,  es besser zu durchdenken und vorzubereiten.

Zu meinem Verhalten als Gruppenleiter

Bei der Rallye hab ich auch wieder versucht, situativ zu arbeiten. Da die Gruppe mit der Karte und dem Weg super zurechtkamen, konnte ich mich zurückziehen und habe als Spielleiter die Spiele anmoderieren und die Regel erklären, und bei passender Gelegenheit,  die Kinder angefeuert.  Mit Kind 1´s schlechter Laune bin ich folgendermaßen verfahren. Ich hab ihn erstmal in Ruhe gelassen, sodass er sich auf das Spiel einlassen konnte. Nach der ersten Station auf dem Weg zur zweiten habe ich ihn in ein Gespräch verwickelt, sodass er mir von seinen Problemen erzählt konnte. Hier konnte ich ihm neunen Mut zusprechen, was zunächst nicht so ganz funktioniert hat.


Jedoch wurde seine Laune schließlich doch besser. Hier zeigt sich, dass ich empathisch handele. Es macht mich traurig zu sehen,  wenn jemand schlechte Laune hat, akzeptiere dies zwar aber versuche es zu beheben, so gut ich kann. Allerdings gerate ich auch immer wieder in Situationen, in der ich nicht weiß, wie ich handeln soll. Als Beispiel, die Situation mit Kind 3, die während des Namensspiels im Raum saß und ein Buch las.  Hier wusste ich nicht, wie ich handeln soll und habe mich dazu entschieden, es einfach zu ignorieren. Wahrscheinlich wäre es besser, autoritär zu ihr zu gehen und das Buch wegzunehmen, um meine Stellung als Erzieher zu verdeutlichen.  Doch irgendwie sagte  etwas in mir, dass ich so nicht handeln möchte und es meiner inneren Einstellung widerspricht. Jedoch erkenne ich dies an und werde mich weiter mit dieser Thematik beschäftigen.

Literaturangaben / Quellen *

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