Konzept des Gruppencomputer

Grundlage 

In der heutigen Gesellschaft gehören technische Medien zum Alltag vieler Menschen, wie z.B. ein Computer. So ist es von immenser Bedeutung, dass schon junge Menschen einen geregelten Umgang mit ihnen lernen, sich erproben können, auf Gefahren hingewiesen werden. Ich sehe dies als einen wichtigen Teil an, um junge Menschen zur Eigenständigkeit und Selbstverantwortung zu erziehen.

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer schrieb in seinem Buch Digitale Demenz: “Computer schaden Kindern mehr, als das es ihnen nützt”. Er bezog dies auf  aktuelle statistische Mediennutzungsdaten. Nach  diesen bekommen Kinder, die länger vor dem PC sitzen, schlechtere Noten in der Schule (Zeile 17). Er vergleich dies mit Altersgenossen. Ich verstehe was Herr Spitzer mit dieser Aussage sagen will und sehe diese Gefahr auch. Jedoch sagt Herrn Spitzer auch, dass die Dosis das Gift macht.

So halte ich es für elementar den Blick auf die Jugendlichen mit den für sie zur Verfügung gestellten Medien zu haben. Ziel der Beobachtung soll die Antwort auf die Frage: “Was löst es bei ihnen aus?” geben. Dies gilt es zu reflektieren und angemessen zu verändern. Genau hier sehe ich eine grundlegende Problematik in der Gesellschaft. Viele Eltern schauen nicht, wie ihre Kinder den Computer nutzen, und so kommt kein Dialog zu Stande, der einen angemessen Rahmen schafft. Es fehlt eine angemessener Umgang und eine adäquate Reflexion. Sie verfügen nicht über das technisches Verständnis dieses Mediums,  um dies überhaupt zu gewährleisten.


Da setzt auch gleich eins meiner Ziele ein.  Ich möchte einen reflektierten und geregelten Umgang mit dem Computer schaffen. Die Vorteile sinnvoll nutzen und die Jugendlichen befähigen eigenständig und verantwortungsvoll umzugehen. Das bedeutet für mich, dass es meine Aufgabe ist diesen Prozess einzuleiten und zu begleiten, regelmäßig zu reflektieren, ob die Umsetzung so verläuft, wie es geplant ist.

Das Konzept

Der Gruppencomputer wird sich auf einem Tisch (in einem abgeschlossenen Schrank) im oberen Flur direkt neben dem Büro befinden. Die Bewohner der Wohngruppe können sich bei Bedarf den Schlüssel bei den Betreuern abholen. Die Benutzung des Gruppencomputers unterscheide ich in zwei Bereiche, einmal den schulischen Bereich und zum anderen den Freizeit-Bereich.

So gilt in der Wohngruppe innerhalb einer Schulwoche die Regel, dass Hausaufgabenzeit bis zum Ende des Mittagessen ist. Dies ist frühestens um 16 Uhr der Fall. Während dieser Zeit kann der Computer mitgenutzt werden, wenn damit sinnvoll Hausaufgaben bearbeitet werden können, wie beispielsweise für eine Recherche zu einem beliebigem Thema oder zur Ausarbeitung eines Referats. Dies muss vorher angemeldet werden, was in Form einer mündlichen Anmeldung bis nach dem Mittagessen passieren kann, wenn sich noch niemand angemeldet hat.  Schriftlich besteht die Möglichkeit, durch eine Eintragung auf eine Liste. Diese ist am Computerschrank ausgehangen.

Die Bewohner bekommen so die Chance,  schon im voraus zu planen, wann wer den Computer nutzen kann, so habe ich dies auch in den Regeln formuliert. Erstmal werde ich hier keine maximale Benutzung des Computers in der Hausaufgabenzeit festlegen, um zu sehen, wie sehr die Jugendlichen meinen, den Computer während der Hausaufgabenzeit nutzen zu müssen. Diese Erkenntnisse werde ich reflektieren und eine geeignete Regel suchen, sowie ich es bei meiner Umsetzung in den Bausteinen vermerkt habe.

Nach der Hausaufgabenzeit bekommen die Bewohner der Wohngruppe die Gelegenheit – einmal pro Woche- den Computer in ihrer Freizeit zu nutzen. Dies erfolgt auch über Eintragen in die aushängende Liste. Der Computer ist dabei, wie in dem Teil der Einstellungen verdeutlicht wird, so konfiguriert dass Multimediale- sowie Textarbeit am PC ohne installieren zusätzlicher Software erfolgen kann. Installieren neuer Software ist  nur eingeschränkt möglich, das heißt, dass diese keine systemverändernde Rechte verlangen dürfen, damit diese funktionieren, solange kein Administratorkennwort eingegeben wird.

Die Einstellungen

Das Betriebssystem des Computers wird Windows 7 sein. Ich werde ein Betreuerkonto erstellen, welche ich die Administratorrechte des System verleihe. Desweiteren bekommt jeder Bewohner seinen eigenen Benutzeraccount ohne Administratorrechte, wo er persönliche Dokumente und Bilder speichern kann und eingeschränkt auch Programme installieren kann. Das heißt das diese im Normalfall keine System eingreifenden Prozesse* ausführen dürfen. Das Betreuerkonto hat aufgrund der Adminrechte die Möglichkeit, die Verzeichnisse und Dateien aller anderen Benutzer zu durchsuchen, sodass sich jederzeit nachvollziehen lässt, was die Kinder speichern und wie sie den Computer benutzen. Ich werde den Computer mit einem W-LAN Stick ausstatten, sodass dieser Zugriff auf das Internet hat und ins lokale Heimnetz eingebunden ist, was mir durch iTALC einen Remotezugriff erlaubt und den PC vom Büro-PC steuern und die ausgeführten Programme am Gruppencomputer anzeigen lässt.

Die Software

Die genaue Einstellung der Software, wie etwa die Freigabe von Ports für die Konfiguration von iTALC lasse ich aus nicht Relevanz für die pädagogische Arbeit hier weg. Das Internet wird durch eine Filtersoftware welches das Internet weitgehend von Gewalt und Erotik sowie Rechtsradikalen Inhalten befreit und durch die Landesmedienanstalten als erste Jugendschutzprogramm offiziell nach § 11 JMStV anerkannt wurde, gesichert. Die Landesmedienanstalten betonen das dies kein Ersatz ist die Kinder im Internet zu begleiten lediglich dabei unterstützt. Die Software funktioniert durch eine Blacklist* sowie Whitelist* für geratete Seiten welche eingestuft werden in einer Vorstufe von automatisierten Kennwörten im nächsten Schritt von menschlichen Prüfern. Jedoch kann bei der Jugendschutzprogramm.de Software, manuell vom Anwender also in diesem Fall von mir jede Seite hochgestuft werden sowie komplett gesperrt werden. Desweitern werde ich die von Microsoft in Windows eingebauten Jugendschutzeinstellungen aktivieren, sodass ich problemlos Nutzungszeiten festlegen kann sowie Anwendungen für Nutzer sperren kann.

Auch werde ich auf dem Computer gängige Programme für alle Nutzer installieren, dazu zählen:

  • iTALC – als PC Remotezugriff und Überwachung der am PC ausgeführten Aktivitäten oder alternative
  • Firefox – als Internet Browser
  • Thunderbird – als open Source* E-Mail Client
  • Openoffice / Office – oder ein alternatives Programm.
    Gimp – als Image Manipulation Tool
  • Windows Movie Maker – zur Bearbeitung von Videos
  • Jugendschutzprogramm.de Software – um das Internet von Gewalt Pronografie sowie Rechtsradikalen Inhalten zu filtern so wie andere Inhalte die erst ab 18 sind.
  • Windows Defender/Windows Firewall – Als Antiviren Software und zum Schutz vor Phishing
  • VLC Player – um verschieden Videoformate wiedergeben zu können

Die Umsetzung

Ich unterteile die Umsetzung in 5 Phasen oder Meilensteine.

  1. Planung sowie Regelabsprachen / Vorstellung von meinem Konzept im Team (30.10.2014)
  2. Vorbereitung und Einrichten des Computers
  3. Vorstellen des Computers bei einer Gruppenkonferenz sowie Regelvorstellung
  4. Beobachten und Reflektieren des Umganges mit dem PC
  5. Erweiterung und Anpassung des Konzepts

Regeln

  1. In der Hausaufgabenzeit kann man bei sinnvollen Bedarf nach vorherige Anmeldung den Computer nutzen.
  2. Durch frühzeitiges Eintragen in die am Computer aushängende Liste kann der Computer für den geplanten Zeitpunkt reserviert werden.
  3. Jeder Bewohner kann sich einmal in der Woche anmelden und den Computer außerhalb der Hausaufgabenzeit für private Zwecke nutzen.
  4. Es werden an dem Computer keine Spiele gespielt, welche man nach USK* nicht für die Alterstufe geeignet sind.
  5. Im Internet werden keine Musik/Filme oder andere digitale Inhalte gedownloadet, welche nicht von einer eindeutig legalen Quelle stammen. Im Zweifel ist es immer verboten.
  6. Jeder Bewohner der Wohngruppe darf den Computer ausschließlich nur mit seinem eigenen Benutzerkonto bedienen.
  7. Jeder Bewohner der Wohngruppe kann indivuduelle Computerregeln bekommen, die auf seine persönliche Situation angepasst wurden.

Verstöß führt zum Zeitweisen, bzw vollständigen Verlust des Computerzugangs.

Vokabular

USK – Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist eine freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft. Sie ist zuständig für die Prüfung von Computerspielen in Deutschland. Am Ende eines gemeinsamen Verfahrens vergeben staatliche Vertreter die Alterskennzeichen. Das System stellt sicher, dass Computerspiele nur an Kinder und Jugendliche abgegeben werden, wenn die Inhalte für ihre Altersgruppe freigegeben sind. Diese Einstufungen richten sich nach dem Jugendschutzgesetz.

Open Source – Ist eine Beschreibung für ein Programm dessen Quellcode woraus das Programm besteht offen im Internet zu finden ist und von jedem der Lust hat weiterprogrammiert werden kann seine Änderungen in eine Datenbank eintragen kann um so dass Programm weiterzuentwickeln.

Whitelist/Blacklist – eine Technik bei einer Whitelist werden alle nicht eingetragenen Seiten nicht angezeigt / bei einer Blacklist alle eingetragenen Seiten nicht angezeigt sofern diese auf der Blacklist ins Raster fallen.


System eingreifenden Prozesse – Bezieht sich auf die Benutzerkontensteuerung (User Account Control, UAC) kann dazu beitragen, nicht autorisierte Änderungen am Computer zu verhindern. Stehen Änderung am Computer an, wird eine Administatorberechtigung benötigt. Die Benutzersteuerung fordert dann zur Eingabe des Administratorpassworts auf.  Änderungen dieser Art können die Sicherheit des Computers beeinträchtigen oder sich auf Einstellungen für andere Benutzer des Computers auswirken.

 

Literaturangaben / Quellen *

Literatur auf Amazon.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü