Umgangsweisen für Erzieher zum Thema Doktorspiele im Freispiel

Wie geht ein Erzieher mit Doktorspielen um?

Problematik von Doktorspielen

Das Thema der Doktorspiele ist ein weit umstrittenes Thema, welches in jeder Kita anders aufgenommen und behandelt wird. Aber wie sollte man mit Doktorspielen umgehen und wie sollen wir als Erzieher reagieren? Das ist die erste Frage, die wir uns gestellt haben und nun versuchen wir, uns mit diesem Thema kritisch auseinander zu setzen.

Zunächst ist es einmal ganz wichtig, dass ein Erzieher seinen eigenen Standpunkt zu diesem Thema findet. Dabei ist aber zu erwähnen, dass der eigene Standpunkt aus Gründen der Privatsphäre nicht zwanghaft offen gelegt werden muss. Ein weiterer ganz wichtiger Punkt ist, dass man im Team bespricht, wo die Grenzen bei welcher Spielart liegen und eine gemeinsame, überzeugende Begründung für das jeweilige Vorgehen findet. Dies ist insofern wichtig, dass Eltern die Erzieher fragen können, die dann eine aus pädagogischer Sichtweise erläuternde Erklärung abgeben. Es geht schließlich um ihre eigenen Kinder! Hilfreich ist es hier die Eltern zu informieren (z.B. bei einem Elternabend zum Thema Doktorspiele)  um Kompromisse zu finden. Eine der Problematiken bei Doktorspielen im Freispiel ist, dass jedes Kind einen anderen Bildungsstand besitzt und man dadurch nicht immer den Standpunkt des Kindes interpretieren kann. Auch die Erfahrungen spielen hier eine wichtige Rolle. So äußert ein sexuell misshandeltes Kind seine qualvollen Erlebnisse, während ein anderes Kind das Ganze nur als Spiel ansieht. Man kann also nicht nachvollziehen, ob es aus Angst, einfacher Entwicklung, oder aus Gründen der Verarbeitung geschieht, die Hintergründe bleiben zunächst unklar.


(Wir  Erzieher/innen haben die Pflicht, wenn uns klare Fakten über eine mögliche Misshandlung eines Kindes vorliegen, diese sofort dem Jugendamt mitzuteilen!)

Wie geht man also damit um? (gerade als Mann!)

  • Teammitglieder sollen sich selbst gegenüber ehrlich sein
  • Kinder behutsam beobachten
  • Spielzwang durch Spielpartner muss vermieden werden
  • Als Mann das Team hinter sich stehen haben und pädagogisch argumentieren
  • Hintergründe beobachten

Wir sind der Meinung, dass man als (männlicher) Erzieher aber hier trotzdem ein wenig die Distanz suchen sollte, weil Offenheit in diesem Bereich als Mann schnell den Beruf kosten kann.

Es ist also völlig normal, wenn Kinder das Rollenspiel dazu nutzen, einmal genau hinzuschauen, wie man selbst und das andere Geschlecht an diesem Körperteil aussieht. (Zitat aus “Dem Spielen Raum geben”)

Als zweite Frage, nachdem wir nun ein grobes Spektrum an einer Idee für die Behandlung dieses Thema haben, stellte sich uns die Frage, was sind Doktorspiele überhaupt? Sind es psychische Beeinträchtigungen, oder ist es eine normale Entwicklungsaufgabe? Warum reagieren Erzieher manchmal sehr fragwürdig? (Als Beispiel nehmen wir hier das Rollenspiel z.B. einer Verarztung, bis hin zur eigenen Selbstbefriedigung, über das Spielen des Geschlechtsakts).

Das Doktorspiel im nackten Zustand mit Einbezug der Geschlechtsteile entspricht einem ganz natürlichem Spiel und Erkundungsbedürfnis des Kindes. ( Zitat aus ” Dem Spielen Raum geben “)

Für Kinder sind die Doktorspiele erste Erfahrungen (speziell für Mädchen) ihren Genitalbereich kennen zu lernen und zu sehen, wie das andere Geschlecht aussieht.  Kinder haben sonst nur selten die Möglichkeit ihren Genitalbereich zu sehen. Auf die Idee sich selber nackt im Spiegel zu betrachten, kommen die Kinder erst im Schulkind Alter, doch ist es für sie da oft nicht nachvollziehbar. Interessanterweise haben es hier Geschwisterkinder leichter, weil sie sich z.B. beim gemeinsamen Duschen sehen. Über die Nacktheit selber erfahren sie dennoch nichts.

Für Kinder sind Doktorspiele nichts anderes, als ein einfaches Rollenspiel, welches zudem meistens im angekleideten Zustand passiert. Genitalien werden dabei nur am Rande berührt.

Es ist für uns als Erzieher aber unerlässlich, dass wir aufpassen, WOMIT die Kinder spielen. Wollen die Kinder z.B. Fieber bei ihren Patienten messen, müssen wir als Erzieher darauf achten, dass sie sich kein Thermometer  z.B. in die Scheide stecken.  Kinder wissen zudem, dass manche Haushaltsgegenstände wehtun, doch suchen sie sich Alternativen, so z.B. ein Messer. Über die Folgen einer solchen Handlung muss man nicht spekulieren…

Wichtig!! Kinder müssen also genau wissen, wie weit sie gehen dürfen!
Wichtiges:

  • selbst bei Aufklärung bleibt ein verarbeitender Eindruck für Kinder
  • Es ist normal dass sie das spielen, wenn auch selten
  • Versuchen die Erwachsenen dadurch zu verstehen
  • Erzieher reagieren so, weil es  ins Erwachsenenleben gehört – es sind aber Kinder!
  • WICHTIG!! Kinder die das Spielen  habe keinen psychischen Schaden!

(Eltern neigen dazu, dass sie ihre Kinder sofort als psychisch krank einstufen. Es ist wichtig den Eltern Fakten über dieses Thema mitzuteilen.)

  • Kinder dabei anzuschreien   =    für die Kinder ein harter Regelverstoß.
  • Blocken deswegen ab und machen sich Vorwürfe.
  • Elterngespräche sind schwer.
  • Am besten einen Elternabend, um einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Es ist wichtig zu den eigenen Gefühlen zu stehen und beispielsweise zu sagen, dass Reiben an der Scheide/Penis sicher schön ist, aber es besser sei, dies an Orten zu machen, wo man alleine ist. Früher oder später werden Kinder von ganz alleine erfahren, dass Sexualität in der Öffentlichkeit nur bedingt erlaubt ist.
Auch dann, wenn ein Erzieher eine offene sexuelle Einstellung hat und Selbstbefriedigung als solches nicht ablehnt, berührt das Onanieren bei Kindern eben doch in der Öffentlichkeit eine Peinlichkeit.

Quellen / Literaturangaben *

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