Wer war eigentlich Friedrich Fröbel?

Wer war eigentlich?

Es gibt viele bedeutende Pädagogen. Anlässlich dessen habe ich mich entschlossen eine kleine Reihe vorzubereiten. Dabei geht es mir nicht darum, Texte aus Wikipedia zu nennen, sondern viel mehr –  die  “wichtigsten” Pädagogen ins Gedächtnis zu rufen und über sie nachzudenken.
Den Anfang macht ein Mensch, dessen Denkweisen mich in meiner Ausbildung stark geprägt haben Friedrich Fröbel.

 

Friedrich Fröbel (Friedrich Wilhelm August Fröbel) wurde * 21. April 1782 in Oberweißbach geboren und lebte bis zum 21. Juni 1852. Fröbel wurde besonders aufgrund seiner fortschrittlichen Denkweise über die Bedeutung der frühen Kindheit bekannt und geschätzt. Jedoch ist dies nicht sein einziger Verdienst. Größtenteils steht er für die Schaffung eines Systems von Liedern, Beschäftigungen und “Spielgaben”und ist Begründer des Kindergartens.

Sein Erziehungskonzept?

Allgemeine Informationen

Um sein Erziehungskonzept zu verstehen ist es wichtig ein Blick in seine Kindheit zu werfen. Seine Kindheit verlief alles andere als rosig, seine Mutter starb sehr früh und das Verhältnis zu seinem Vater und Stiefmutter war nicht gut. Fröbel hatte jedoch eine Leidenschaft : Der Natur. Der Bezug zur Natur zieht sich durch Fröbels gesamtes Erziehungskonzept. Fröbel glaubte, dass in den Kindern etwas ursprünglich göttliches ist und das in jedem Kind ein Schatz ist, den man heben muss.
Das Kinder Hinwendung, Wärme und Liebe brauchen und diese noch wichtiger seien, als seine eigenen Spielgaben.


Zunächst einmal hat uns Fröbel gelehrt, das ein pädagogisches Konzept kein feststehendes Programm ist.
Er hat die Wichtigkeit von Beobachtungen und Dokumentation erkannt und das diese ein excellente Wege bietet, um ein Kind kennen-zulernen, zu reflektieren, Ziele zu überprüfen und Schwerpunkte zu setzen.

Er erkannte die Eigentätigkeit mit der sich das Kind, im Spiel, wissen über die Welt und sich aneignet. Dies war revolutionär und wegweisend für alle späteren Konzepte.
Er war der erste, der ein Kind als forschendes Subjekt wahrgenommen hat, welches selbstständig sein Wissen erweitern kann. Er war Begründer des Kindergartens und bezog Kinder, Eltern, Öffentlichkeit und das aktuelle Umfeld mit in seine Arbeit ein. Damit leistete er wichtige Pionierarbeit für die Form des Kindergartens, wie wir ihn heute kennen. Hoch anzurechnen ist ihm, dass er sich damals durch das preußische Kindergarten Verbot durchsetzen musste.

Fröbels Weltanschauung

Abschließend möchte ich das Wichtigste von Fröbel nennen, nämlich seine Weltanschauung. Friedrich Fröbel versteht jeden Menschen,  in jeder Lebensphase und Verfassung als eigenständige „Einheit” ( Glied-ganzes, Individuum) im Rahmen der Vielfalt, die letztendlich wiederum auf eine absolute Einheit (ewiges Gesetz und Gott) bezogen ist. Alles ist mit allem verknüpft, das „Entgegengesetzt gleiche” im Ganzen geeint als ein dialektisch-ökologisches System…

Ein Blick auf seine Spielgaben

Nachfolgend werden wir uns mit Fröbels 6 Spielgaben befassen. Die von ihm entwickelten Spielgaben und Beschäftigungsmittel entstanden auf der Grundlage von Fröbels Spieltheorie.

Hierfür ist es wichtig sich ins Gedächtnis zu rufen, was gutes Spielzeug ausmacht.

Hierfür habe für mich folgende Merkmale herausgearbeitet:

  • hat Komplexe Formen, Vielfalt und Funktionalität
  • gewährleistet eine forschend, konstruktive Auseinandersetzung
  • animiert zum Handeln, sprechen, fantasieren, deuten, und ist anregend.
  • regt einen Dialog zwischen Kind und Erwachsenen an

Nun vergleicht die Merkmale mit  den nachfolgend aufgeführten Spielgaben.

Die 6 Spielgaben *

 

1. S P I E L G A B E

  • 6 weiche umhäkelte Bälle

 

 

2. S P I E L G A B E

  • besteht aus 3 festen Körpern aus Holz:
    • eine Kugel
    • ein Würfel
    • eine Walze (bzw.Zylinder)

 

3. S P I E L G A B E

  • 8 Würfeln aus Holz mit der Kantenlänge 2,5 cm

 

 

4. S P I E L G A B E

  • 8 quaderförmigen Bausteinen aus Holz

 

 

5. S P I E L G A B E

  • 21  Würfel (Kantenlänge 2,5 cm)
  • 6 große dreieckige Bausteine
  • 12 kleine dreieckige Bausteine

 

6. S P I E L G A B E

  • 36 quaderförmige Bausteine

Fazit

Friedrich Fröbel’s Lebenswerk bleibt unvergessen und hat nicht nur National, sondern auch International, vor allem in Österreich, Japan, den USA, in Korea und Russland großes Ansehen. Er hat ein Stück Zeitgeschichte geprägt und eine ganze Generation zum Umdenken bewegt. Er legte den Grundstein für auch heute immer noch aktuelle pädagogischen Grundformen. Seine Art des Denkens ist für mich inspirierend und beispielhaft. Auch wenn Fröbel sich auf den Elementarbereich fokussiert hat, so lässt sich die Essenz seiner Arbeit auf viele weitere Arbeitsbereiche übertragen.

Bei Fragen und Anregungen könnt ihr gerne einen Kommentar posten oder das Kontaktformular nutzen.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

 

Passende Fachliteratur zum Thema *


Pädagogische Handlungskonzepte von Fröbel bis zum Situationsansatz

Quellen & weiterführende Links

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo Team,
    erst einmal ein großes Lob für Eure Arbeit. Ich bin seit 36 Jahren Dozent an einer Schule an der Erzieher, Sozialassistenten, Kinderpfleger und Sozialbetreuer ausgebildet werden. Meine Fachrichtungen sind Bildnerisches Gestalten, Kunst-und Werkerziehung und Gestalten und Beschäftigen. Ein Spezialgebiet von mir ist die Beschäftigung mit dem Thema Friedrich Fröbel.
    Alles was ihr dazu geschrieben habt ist richtig. Wenn ich mir aber den Thüringer Bildungsplan von Thüringen anschaue, dann muss ich leider sagen, das Wort Fröbel taucht hier überhaupt nicht mehr auf. Das Spiel als ein wichtiger Bereich in der kindlichen Entwicklung wurde als Fach an den Schulen abgeschafft. Auch unter dem Gesichtspunkt “Das Kind nimmt sich, was es braucht”.
    Habt ihr einmal überprüft wie das in anderen Bildungsplänen ist? Ich finde es schon erschreckend, wie man da mit dem kulturellen, pädagogischen Erbe umgeht. Ich hoffe ich habe mich geirrt, was meine Analyse anbelangt. Ich freue mich etwas von Euch zu hören.
    Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Antworten
    • Hallo zurück!
      Danke für das Lob!
      Die Bildungspläne in Thüringen haben wir bislang nicht überprüft. Wir hatten jedoch den großen Vorteil aus NRW zu kommen. Hier hat unsere Lehrerin, im Fach Spiel & Didaktik, die Weisheiten und Lehren von Fröbel unterrichtet. Darüber hinaus mussten wir in Teams Referate über Fröbel halten. Nach der ganzen Themenreihe war uns eines klar : Wir müssen noch sehr viel über ihn Lernen! Die Art und Weise, wie er uns vermittelt wurde, hat uns zum Nachdenken bewegt und unser Pädagogisches Handeln gänzlich mitgeprägt. Das Fröbel aus dem Thüringer Bildungsplan gestrichen wurde bzw. nicht vermittelt wird, halten wir für erschreckend! Welcher Kindergarten würde heute ohne Fröbel stehen können?
      Auch haben wir in einem Arbeitskreis in Niedersachen mitgewirkt, in welcher die Ausbildung zum Erzieher derzeit umgestellt wird. In diesem wird konsequent versucht Kompetenzen zu Vermitteln, anstatt Inhalte vorzugeben. Wie sich dies auf die Praxis auswirkt wird sich zeigen. Wir befürchten jedoch, dass Fröbel, Montessori ( uvm.)bei einigen zu kurz kommen werden.
      Bei Interesse können wir dies gerne genauer ausführen.
      Wir freuen uns von dir zu hören!

      Kevin & Christian

      Antworten

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