Wie gehe ich mit dem Bewegungsdrang der Kinder in der OGS um?

Während der Ausbildung habe ich mich auf den Bereich Sport und Bewegung spezialisiert. Dabei habe ich mir, im Rahmen des OGS Praktikum,  eine Entwicklungsfrage gestellt. Hier möchte Sie ihnen vorstellen.

Fachwissen

Bevor ich mich mit dieser Fragestellung auseinandersetzen kann und mir Gedanken über die Umsetzung in der OGS machen kann, sollte ich mir zunächst einige Gedanken über die Bewegungserziehung machen und mir Fachwissen aneignen. Hierzu habe ich mir neben dem KIGA-HEUTE auch noch zahlreiche Bewegungsliteraturen gesucht. Ein Name der immer öfter viel war Renate Zimmer. Laut ihr bedeutet Bewegung die Grundlage der kindlichen Bildung. Nehmen wir beispielsweise ein Kind was gerade auf dem Weg sind neue motorische Errungenschaften zu erlernen. Die Anstrengungen die dieses Kind investiert und die Freude die es am ganzen Körper ausdrückt, wenn ihm etwas gelungen ist( z.B. Fahrrad fahren) zeigen, dass Bewegung ganz eng mit Emotionen, sozialen und kognitiven Aspekten der Entwicklung verknüpft ist. Da ich mich aber beim Fachwissen gerne auf mehrere Quellen beziehen möchte habe ich eine weitere Interessante wissenschaftliche Bestätigung gefunden. Neue Erkenntnisse der Neurobiologie und  Hirnforschung unterstreichen genau das, was Fr. Zimmer oben gesagt hat. Laut ihnen unterstützen vielseitige Wahrnehmungsprozesse und körperliche Aktivitäten die Verknüpfung von Nervenzellen(Stichwort: Synapsen Verbindungen) und verbessern somit die Leistung des Gehirns. Sie sehen also, Bewegung dient dem Kind als Grundlage seiner Entwicklung und dem Schlüssel zur Welt. Da ich nun aber weder Wissenschaftler, noch Neurobiologe bin beziehe ich mich nun mal auf das, was mein Umfeld als Erzieher betrifft- Der OGS. Wie habe ich nun also vor diese schwierige Frage in der OGS umzusetzen. Ich darf zunächst nicht vergessen, dass es sich bei der OGS um ein sehr strukturiertes schulisches System handelt. Ich darf nicht vergessen, dass die Kinder (zumindest in meiner OGS) kaum Zeit zum freien Spiel haben. Nachdem die Kinder nämlich ihren Unterricht beendet haben müssen sie zum Mittagessen, müssen ihre Hausaufgaben machen, um dann „endlich“ in die Wunsch-AG zu kommen. Wenn ich dies mit mir vergleiche und im Hintergrund behalte, dass Kinder Bewegungsmenschen sind, würde mich das ziemlich nerven, da ich mich auch ständig bewegen möchte. Ich habe nun also 3 Aspekte auf die ich mich beziehen muss.

Welche Möglichkeiten bleiben mir nun also bei der Umsetzung zur OGS, wenn ich nicht jedes Mal ein Bewegungsangebot machen möchte?


Ich habe mal ein Buch bekommen, indem ein für mich wichtiger Satz zu finden war. „ Bewegung lässt sich in jeden Bildungsbereich übertragen.“ Ich denke dieser Satz ist wirklich zentral. Ich möchte nun anhand einiger Literaturen aufzeigen, wie ich diese Entwicklungsfrage einsetzen könnte.

  • „ Bewegte Bildungsangebote mit Bewegungsaktivitäten verbinden.“ ( Z.B Durch  ein großes Bild im Bereich Kunst-> Aufstehen und wieder hinknien)
  • Durch Aktivierung ( z.B. Durch Kommandos, wie Aufstehen, Drehen-> Siehe Umsetzung)
  • Begrüßungen/Abschied ( z.B. ein Begrüßungstanz)
  • Die Gestaltung des Raumes( Den ganzen Raum für ein Angebot nutzen
  • Vorbildfunktion( selbst Spaß an der Bewegung haben)

Ich könnte nun noch weitere Beispiele nennen, wie ein Sprachquiz gekoppelt mit Bewegung, aber das ist nicht so wichtig. Es geht weniger um die Frage, wie ich Bewegung in die OGS bekomme, sondern mehr, WIE ich sie sinnvoll umsetze. Darauf möchte ich unbedingt achten. Aber genug geredet, nun zu meinen Angeboten.

Die Praxis

Da es mir zunächst sehr wichtig war die Gesamtgruppe kennenzulernen, selbst genug Lektüre und Fachwissen vorher anzueignen und mich selbst auf diese Entwicklungsfrage vorzubereiten, habe ich mich dazu entschlossen diese direkt nach meinem Angebot aktiv zu realisieren. Da wir sowieso uns ab diesem Punkt eher den ruhigeren Angeboten widmen wollten war dies ein passender Zeitpunkt.

Einen ersten Versuch einer Umsetzung habe ich während Betreuer 1 seinem Angebot probiert. Meine Aufgabe war es Kinder zu motivieren, aber auch wieder zu aktivieren, wenn ich bemerkt habe, dass sie unruhig wurden.  Ich ging zu den Kindern hin, sagte sie sollen schnell aufstehen und in die Hände klatschen. Dies war natürlich vorher mit der Gesamtgruppe abgesprochen. Witziger weise haben die Kinder dies als Spiel angesehen, waren jedoch nicht vom eigentlichen Angebot abgelenkt. Wir waren bei unserer Reflexion des Angebots zufrieden mit dem Ergebnis- geben jedoch zu bedenken dass diese „Aktion“ auch nach hinten losgehen könnte. Nächstes Mal werde ich weiterhin darauf achten dieses „Spiel“ nicht in den Vordergrund kommt.

Danach gingen wir ins Gespräch, wie wir am besten ein hauswirtschaftliches Angebot realisieren konnten. Uns ist aufgefallen, dass es sehr schwer ist jedes Kind einzubeziehen. Mir ist die Idee gekommen, dass wir die Gruppe doch „teilen“ könnten und ich diese aktivieren könnte. Ich hatte den Plan, dass wir doch ein Lied des Rezepts singen könnten, während wir warten müssen. Dies sollte aber in einem freien Rahmen geschehen, was bedeutet, dass es kein klassischer Wechsel der Gruppen gibt, viel mehr einen fliegenden Wechsel. Ich muss gestehen, dass dies nicht ganz so toll lief, wie ich gedacht haben. Dies lag daran, dass das Backen einfach ZU interessant für die Kinder war und diese keine Lust hatten zu singen. Ich habe mir mitgenommen, dass ich beim nächsten Mal eine Alternative brauche. Ich habe in dieser Situation aber, meines Erachtens nach, gut reagiert, indem wir die Kinder öfter haben wechseln lassen und eine Art Stationsbacken realisiert haben.

Am 16.1 war das Thema Theater an der Reihe.  Ich überlegte mir, wie ich am Besten die Zeit zwischen Reflexion der Werke und Auftritt/Vorbereitungszeit überbrücken könnte. Mir kam die Idee, dass ich den Vorhang mit einem Kommando Zu oder Offen machen konnte. Diese hießen dann Wisch ( auf) und Mop( zu). Die Kinder fanden diese Idee ganz witzig, sodass ich auch oft hintereinander Wisch und Mop sagen konnte. Ein besonderer Lacher war dann (bei schnellem sagen) das Wort Wischmop, wo die Kinder anfingen zu lachen. Dies war meiner Meinung nach eine schöne Umsetzung in der Praxis. Mir hat dies verdeutlicht, dass es sehr wichtig ist, dass die Aktivierung zum Thema passt. Ich habe hier vom Angebot am 19.12 gelernt. Es ist übrigens auch zu sagen, dass am 23.1.14 das Schattenspiel nach ähnlichem Muster abgelaufen ist. Die Kinder waren noch so sensibilisiert vom vorherigen Angebot, dass dieser „Gag“ noch super funktioniert hat.

Reflexion

Es ist für mich natürlich immer schwer alles genau festzuhalten, da ich bei den meisten Dingen intuitiv handeln musste. Jeder Tag und jede Situation  verlangt andere Lösungen und einen anderen Umgang in der Gruppe. Exemplarisch habe ich Ihnen nun einige geplante Beispiele zur Umsetzung oben genannt. Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass ich meiner Karriere als Sportpädagoge ein Stückchen näher gekommen bin. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert wie die Bewegung einen entscheidenden Punkt in der kindlichen Entwicklung einnimmt.  Für mich ist die OGS leider zu sehr geprägt von schulischen Strukturen und es wird dabei meiner Meinung nach leider oft vergessen, dass Kinder ihre freie Zeit und somit ihre Bewegung brauchen.  Ich denke dass die oben genannten Methoden eine schöne Idee zur Umsetzung in einer OGS sein können.

Kindern wird so die Möglichkeit gegeben bei ruhigeren Angeboten ihren Bewegungsdrang zu kompensieren und so die volle Konzentration auf das jeweilige Angebot legen. Ich merke gerade, ich beziehe mich so sehr auf Angebote. Natürlich lassen sich diese Aktionen auch außerhalb von Angeboten umsetzen. Den Hausaufgaben z.B. Mir als Praktikant fehlten hier leider die Mittel und Rechte in diese Hausaufgabenstruktur eindringen zu dürfen. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass auch hier seine Anwendung zur Leistungssteigerung beitragen würde. Ich habe aus dieser Entwicklungsfrage viel gezogen und viel gelernt. Ich sehe mich jedoch erst am Anfang dieses Konzepts und möchte dieses in meinen folgenden Jahren als Erzieher beibehalten und erweitern. Bis dahin werde ich alles dafür geben und weiter an mir Arbeiten.

Literaturangaben / Quellen*

Literatur auf Amazon.de
Quellen aus dem Internet

http://www.renatezimmer.de

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