Wissenswertes

Der Wolfsjunge! Warum Erziehung möglich und nötig ist!

Sehr verehrte Besucher,

mit diesem Beitrag möchten wir Ihnen eine grundlegende Erklärung geben, warum Erziehung nötig und möglich ist. Dies geschieht unter anthropologischer Betrachtung.  Der Artikel wurde auf Grundlage des Films “Der Wolfsjunge” von Jean Pierre Cargol erstellt. Ich habe mir diesen Film angeschaut und Notizen erstellt. Der Artikel ist so aufgebaut, dass ich zunächst den Begriff Anthropologie erkläre, um anschließend die Fragen “Warum ist Erziehung nötig, bzw. möglich”  bearbeiten zu können. Die Fragen stehen dabei in Wechselwirkung zueinander. Vor dem Lesen des Artikels ist es hilfreich die Geschichte des Wolfsjungen zu lesen. Diesen finden Sie in den Quellen.

Was ist Anthropologie?

Die Anthropologie bezeichnet eine Wissenschaft von Menschen ab seiner Entstehung. Er untersucht dabei seine Entstehung, seiner Eigenart und seiner gesonderten Stellung in Wechselwirkung mit der Natur.

Warum ist Erziehung nötig

Um die Frage zu beantworten müssen wir zunächst einige Aspekte über den Menschen aufzählen.

  • Der Mensch ist erblich nicht an seine Umwelt festgelegt
  • Der Mensch ist durch seine komplexe Gehirnstruktur befähigt, sich seiner Umwelt anzupassen (Lern-und Erziehungswürdig)
  • Diese wiederum  ist eine Voraussetzung dafür, dass der Mensch frei und mündig handelt

Betrachten wir diese 3 Aspekte zunächst als Grundlage und stellen wir diese in einen Vergleich zu unseren lebenspraktischen Fähigkeiten. Zunächst bringt jeder Mensch gewisse Fähigkeiten als Grundbausteine mit. (Lesen, schreiben, geplant handeln, Denkvermögen etc.)  Im Anschluss werden diese Fähigkeiten an die Werte und Normen der Gesellschaft angepasst.  Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass lebenspraktische Fähigkeiten natürlich bis zu einem gewissen Maß selbst erlernt werden können. Der Mensch benötigt im Umkehrschluss aber auch Anlässe seinen Horizont erweitern zu müssen. Ebenso ist er auf Pflege, Schutz, Nahrung, Liebe und Erziehung angewiesen. Ziel des Menschen muss das Erlernen von Rücksicht und Verantwortung für sich und seine Umwelt sein.  Folglich möchte ich die Anpassung an unsere Gesellschaft nennen.  Diese Adaptation lässt sich z.B. mit Sozialisation, das Kulturieren, oder das Personalisieren betiteln unter Berücksichtigung der Werte und Normen.

In dem Film ” Der Wolfsjunge” lebt ein 11-12 Jähriger Junge im Wald. Eines Tages gelang es den Dorfbewohnern diesen Jungen zu fangen. Ein Arzt, namens Dr. Itard, machte es sich mit seiner Hausdame zur Aufgabe diesen Jungen zu erziehen. Dabei wollte er ihn an die Gesellschaft anpassen und nahm ihn bei sich auf. Im Laufe der Zeit passte sich der Junge an die Werte und Normen von Dr. Itard an.

Dieser Film beschreibt prinzipiell, dass Erziehung nötig ist. Ob sie dabei eigenverantwortlich im Wald erfolgt, oder zweckgebunden an gesellschaftliche Werte und Normen wird nicht genannt ( Erziehung durch Dr. Itard)

Abschließend möchte ich anmerken, dass der Wolfsjunge aus seinem gewohnten Umwelt gerissen wurde. Dies passierte lediglich, damit eine gesellschaftliche Anpassung erfolgen konnte. Erziehung ist zwar aus den oben genannten Gründen notwendig, jedoch ist die Art und Weise sehr fragwürdig.

Warum ist Erziehung möglich?

Die Frage, ob Erziehung möglich ist oder nicht, lässt sich zunächst mit unseren Instinkten erklären.

Betrachten wir zunächst einen Neugeborenen Säugling der Modernen Gesellschaft.  Im Vergleich zu unseren Vorfahren besitzen wir nur noch sogenannte “Rest Instinkte”.  Diese beschreiben wir mit Augenreflex, Greifreflex und Saugreflex. Aufgrund dieser wenigen Instinktreste bezeichnet Zoologe Nicolas Tinbergen die Menschen als instinktreduziertes Wesen. Er erklärt dies mit der Fähigkeit sich nicht in der Umwelt orientieren zu können bzw. zu überleben.

Anhand dieser Grundlage lässt sich erkennen, dass instinktreduzierte Wesen neue Lebensweisen anerzogen werden müssen.  Wäre ein Mensch mit Instinkten festgelegt, bräuchte er nicht von diesen abzuweichen.  Das Potenzial dieser Abweichung könnte man an dieser Stelle mit der Befähigung “selbst entscheiden zu können” beschreiben.

Folgend möchte ich weitere Aspekte aus biologischer Sicht nennen.

Beginnen werde ich mit der menschlichen Anatomie. Aufgrund der Anordnung verschiedene Körperteile (Kelhkopf, Wirbelsäure, Fuß etc.), sind wir in der Lage uns vielseitig orientieren zu können. Darüber hinaus können wir unsere Organe multifunktional einsetzen.

Als zweiten Punkt möchte ich das menschliche Gehirn aufzählen. Durch unsere hoch komplexe Gehirnstruktur sind wir als einzige Lebewesen geeignet Gedanken, Vorstellungen,Wortsprache, oder Pläne zu entwickeln. Insbesondere durch diese Beschaffenheit  entwickelten wir einen hierarchischen Vorteil gegenüber der Tierwelt.

Wir dürfen an dieser Stelle nicht vergessen, dass diese besondere Hirnstruktur nur eine Möglichkeit, quasi ein Potenzial darstellt.  Die Erziehung möchte dieses Potenzial filtern und bestärken. Lebenspraktische Fähigkeiten, wie der aufrechte Gang, Denkvermögen, oder das Lesen können erweitern und vertieft werden.

Als dritte und letzte Betrachtung möchte ich den Menschen als weltoffen präsentieren.

Anders als z.B. Eisbären, welche auf kalte Kontinente angewiesen sind, leben Menschen auf der ganzen Welt verteilt. Das Potenzial und die Möglichkeit an dieser Stelle lässt sich mit der Fähigkeit der Anpassung definieren.Als nicht erblich festgelegtes Wesen (siehe Vgl. Eisbär) haben wir die Möglichkeit “frei” und “mündig” zu handeln und entscheiden. Die Grundlagen schaffen wir mit unserer Bereitschaft, Lern und Erziehungsfähigkeit zu sein. Als aktiv und stetig lernendes Wesen können wir unsere Umwelt entscheidend ändern und Verantwortung für unsere Mit lebenden ( Menschen, Tiere, Natur) übernehmen.

Das Ergebnis


Nun haben wir unsere Zielfrage unter Berücksichtigung von drei Aspekten beschrieben.  Als Abschluss möchte ich nun an den Film ” Der Wolfsjunge” anknüpfen.  Der Protagonist Viktor konnte aufgrund verschiedener Gegebenheiten das laufen einer Treppe erlernen, aufmerksam zuhören, oder ein Verständnis von Gerechtigkeit entwickeln. Er war am Ende in der Lage Türen auf zu schließen,  am Tisch zu essen, oder Ruhe zu genießen. Alles in Allem lässt sich sagen, dass er sich an die Werte und Normen der modernen Gesellschaft anpassen konnte. Wie oben erläutert könnte dies z.B. mit der Weltoffenheit zusammenhängen. Als  instinktreduziertes Wesen war Viktor insbesondere durch seine komplexe Hirnstruktur geeignet sich einer neuen Umwelt anzupassen.  Ein interessanter Aspekt sollte dennoch genannt werden. Viktor erlernte keine Geduld!  Ob sich das aneignen von Geduld auf sein Leben als Wolfsjunge im Wald zurück zu führen lässt, bleibt unklar. Nach dem obigen Model sollte Viktor die Fähigkeit besitzen sich “Geduld” anzulernen. Es bleibt stets die Frage welche Fähigkeiten ein Mensch von Geburt an mit bringt und welche Türen der Entwicklung auf ewig verschlossen bleiben. Die Gründe dafür können so individuell und Komplex, wie unser Gehirn selbst sein.

Quellen / Literaturangaben

 

Literatur auf Amazon.de
Quellen aus dem Internet
  • http://www.deutschlandfunk.de/simple-nacherzaehlung-des-wolfsjungen.700.de.html?dram:article_id=84706

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