Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Kohl geschrieben.

Einleitung

„Wie geht das?“, „Warum ist das so?“ Wer kennt nicht die alltäglichen Fragen, die von unseren Kindern gestellt werden. Kinder sind Konstrukteure ihrer selbst und sind unheimlich wissbegierig. Durch den immer größer werdenden Wortschatz der Kinder wird auch die Möglichkeit ihr Wissen zu erweitern proportional größer. Besonders im Zeitraum zwischen dem 24. bis zum 36. Lebensmonat steigt der Wortschatz rapide an. Die Kinder beginnen nach und nach immer mehr Fragen zu formulieren, um ihren Wissensdurst zu stillen. Dieser Zeitraum wird auch als das „erste Fragealter“ bezeichnet. Ab dem 36. Lebensmonat beginnt das sogenannte „zweite Fragealter“ bei dem besonders die „Warum“ Fragen einen hohen Stellenwert bei den Kindern erlangen. All diese Fragen sind essenziell für den Auf- und Ausbau von kognitiven Schemata die zum Wissenserwerb benötigt werden.

Wie kann man die Bildung einer fragenden Haltung bei den Kindern unterstützen?

Um die fragende Haltung erklären zu können, ist es wichtig zu wissen, welche drei systemischen Kernkompetenzen dafür benötigt werden.

Die erste Kompetenz ist die Neugier, die uns dabei hilft immer wieder Neues zu erforschen und zu entdecken. Die zweite systemische Kompetenz ist der Perspektivwechsel, die Möglichkeit sich in die Gedanken und die Situation eines anderen hineinzuversetzen und diese mit anderen Augen zu sehen. Gerade als Elternteil, aber auch als pädagogische Fachkraft ist es von großer Bedeutung sich in die Gedanken und die Sichtweise der Kinder und deren Sinn für die Abstraktion und Ästhetik hineinzuversetzen. Die dritte wichtige Kompetenz ist das veränderte Selbstkonzept, dies gelingt durch kontinuierliche Reflexion des eigenen Handelns, sowie das Reflektieren der kindlichen Interessen. Nur wenn wir in der Lage sind selbst eine eigene fragende Haltung anzunehmen und den Kindern zeigen, dass es jede Menge interessante und tolle Sachen zu entdecken gibt, werden auch sie viel Interessantes sehen, erfahren und erleben. Kinder sind von Natur aus eigenaktive, neugierige und lernwillige Akteure, in ihrer individuellen Aneignung der Umwelt. Dieser gegebenen Voraussetzungen müssen kontinuierlich unterstützt, gefördert und erweitert werden. Dies kann durch neu geschaffene Situationen, durch Exkursionen (zu bisher wenig gesehen Orten), sowie neue noch nicht vorhandenen Materialien erlangte werden. Weitere wichtige Punkte sind die optimale Diskrepanz, die dialogische Grundhaltung, sowie das konstruktivistische Lernen, durch das die Kinder die Möglichkeiten erlangen sich neue Informationen anzueignen und ihre kognitiven Schemata auszubauen, sowie ihre Selbstbildungspotenziale zu erweitern. Kinder müssen in dem was sie tun wahrgenommen und unterstützt werden, durch regelmäßige Beobachtungen ist es möglich die Interessen der Kinder aufzugreifen und dementsprechend individuell auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

Wie behalten Sie die fragende Haltung bei?


Auch als Erwachsener gibt es immer wieder Neues zu entdecken, man muss es nur wollen. Wichtig ist es die Welt nicht nur als fertiges unveränderbares Medium zu sehen, sondern dieses Medium zu nutzen und es in seiner Vielfalt zu entdecken und zu genießen. Es ist faszinierend Kinder zu beobachten, die z.B. einen Stein in ihrer Hand halten und sagen es sei der schönste Stein den sie jemals gesehen haben. Genau in dieser Situation ist es wichtig sich selbst einfach mal zu fragen: Was ist so schön an diesem Stein? Warum ist er so besonders? Was kann für das Kind in diesem Moment von Bedeutung sein? Genau diese Momente bieten unheimlich viele Entwicklungspotenziale und dies nicht nur für die Kinder. Wann haben sie sich z.B. das letzte Mal auf den Boden gelegt und geschaut, wie ein Teppich gewebt ist? Oder sich gefragt, wie der ganze Staub auf den Boden kommt? Was ist eigentlich Staub? Und wie entsteht er? Meine fragende Haltung behalte ich bei, indem ich nicht alles hinnehme wie es ist. Ich hinterfrage Dinge und versuche herauszufinden wo sie herkommen, wie sie entstehen oder wie ich sie verändern kann. Wichtig ist, niemals das innere Kind zu verlieren.

Fazit


Kinder müssen in ihrer eigenaktiven Aneignung der Umwelt gestärkt, gefördert und unterstützt werden. Es geht dabei nicht darum, den Kindern fertige Ergebnisse oder Antworten zu liefern, sondern es den Kindern zu ermöglichen, eigenständig Kompetenzen zur Beantwortung und Lösung von Fragen und Problemen zu entwickeln. Hierbei spielt die eigene pädagogische Grundhaltung eine besondere Rolle. Nur wer den Kindern auf Augenhöhe, mit Respekt und Wertschätzung begegnet, kann ihre Sicht der Welt verstehen und sensibel auf die jeweiligen individuellen Bedürfnisse eingehen. Bildung ist ein sozialer Prozess, bei dem die Interaktion sowohl mit Erwachsenen als auch mit Gleichaltrigen im Mittelpunkt steht. Diese Ko- Konstruktivistische Zusammenarbeit besagt, dass Kinder aktive Konstrukteure ihres Wissens sind und legt besonderen Wert auf die gemeinsame Erarbeitung verschiedener Lösungsschemata.

 

Literatur/Quellenangaben:

 

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