Der Text stammt von Diana Dettke vom Team der KinderZeit in Wunstorf

Liebe Pädagogen und Pädagoginnen,
liebe Erzieher und Erzieherinnen,

Warum erst handeln wenn es zu spät ist?

Yoga in Kindertagesstätten! In vielen Kindertagesstätten herrscht ein hoher Lärmpegel. Gestressten Erziehern und Erzieherinnen und vor allem den Kindern fällt es zunehmend schwer in einer unruhigen Umgebung zur Ruhe zu kommen. Gerade durch den Mangel an pädagogischen Personal und immer größeren Gruppen wird dieses Phänomenen bestärkt. Umso wichtiger wird es, Kindern, Erziehern und Erzieherinnen Phasen des Ausgleichs und der Entspannung anzubieten. Eine großartige Möglichkeit bietet Kinderyoga, welches gleichzeitig die Kinder auf spielerischer Art und Weise dazu animiert, ihren Stress und Spannungen abzubauen.

In der heutigen Zeit werden Kinder schon in frühster Kindheit von einer Informationsflut überschwemmt. Immer mehr Kinder werden vom Alltag mit seinen Anforderungen und äußeren Reizen überfordert. Auch die Erzieher und Erzieherinnen erreichen immer häufiger ihre Belastungsgrenze.


Die Folgen sind häufig Konzentrationsschwäche, Überaktivität und Wahrnehmungsprobleme für die eigene Körperempfindung. Diese psychischen Symptome können sich auch negativ auf den Körper auswirken.   Genauso wie die Kinder, so sind auch die Erzieher und Erzieherinnen betroffen. Die tägliche Arbeit mit Kindern, die oft eine gebückte Haltung, das hocken auf den Knien oder das Sitzen auf kleinen Stühlen erfordert, führt auf Dauer zum Hervorrufen eines negativen pathologischen Zustandes. Was wir in unserer Kindheit erleben, prägt uns und hat entscheidenden Einfluss darauf, wie glücklich und resilient wir als erwachsene Menschen durchs Leben schreiten. Yoga verhilft zu einer guten Körperhaltung, stärkt das Abwehrsystem und fördert die Konzentrationsstärke. Ergänzend zu den Yogastunden empfehlen sich Fantasiereisen und Entspannungsübungen, durch welche die Kinder an ihren Ruhepol herangeführt werden.

Von den Yogastunden profitieren die Kindergartenkinder und die Erzieher und Erzieherinnen gleichermaßen, denn ganz nebenbei schöpfen auch Erwachsene in den Yogastunden Energie und finden einen Weg zu mehr Gelassenheit. Aus diesem Grund ist Kinderyoga heute eine anerkannte Methode, die ebenso wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training, sowie Fantasiereisen in der Elementarpädagogik angewandt wird. Die vielfältigen Wirkungen wurden wissenschaftlich erforscht und bestätigt, sodass Kinderyoga in immer mehr Kindertagesstätten Einzug erhält.

Die wichtigsten Auswirkungen von regelmäßigen Yoga-Stunden auf einen Blick:

  • Macht den Körper beweglich und kräftig
  • Weckt Freude an gesunder Bewegung
  • Wirkt psychisch und körperlich ausgleichend und entspannend
  • Verbessert den Energiefluss des Körpers
  • Schult die Konzentration und das Gleichgewicht
  • Vermindert Unruhe, Stress und Aggressionspotenziale
  • Erzeugt natürliches Selbstvertrauen und Sicherheit
  • Kräftigt die körpereigene Immunabwehr und das Nervensystem
  • Fördert einen gesunden Schlaf
  • Begünstigt den positiven Umgang mit den eigenen Gefühlen
  • Fördert die bewusstere Wahrnehmung eigener Blockaden
  • und Grenzen und hilft, diese aufzulösen
  • Fördert soziales Verhalten und Gemeinschaftssinn
  • Schult motorische Fähigkeiten

Aus eigener Erfahrung haben sich Yogastunden, entweder kombiniert oder einzeln mit Fantasiereisen, Snoezelen oder das Erzählen von Geschichten mit Inhalten der progressiven  Muskelentspannung mit einer Dauer von 45 Minuten für Drei- bis Sechsjährige bewährt.. Vorschüler hingegen können sich auch eine volle Stunde auf das Yogaprogramm konzentrieren. Eine günstige Tageszeit bietet der späte Vormittag nach ausgiebigem Spielen und Bewegen im Freien, aber noch vor dem Mittagessen. Jede Yogastunde wird mit einer vorgelagerten Entspannungs- und Atemübung begonnen, wodurch die Kinder die notwendige Ruhe bekommen.

Es muss keinesfalls immer eine klassische Yogastunde sein, denn losgelöst aus einem festen Ablauf, lassen sich einzelne Elemente gut mit Bewegungsspielen und Tänzen verbinden. Sogar der beliebte Stuhlkreis eignet sich, wenn anstatt der Stühle Yogamatten oder Kissen auf dem Boden angeordnet werden und die Kinder eine bequeme Yoga-Sitzstellung einnehmen. Die Erfahrung in unserer Kindertagesstätte zeigt, dass erst wenige Kinder an diesem Angebot teilnehmen wollten, während es mittlerweile sogar von den Kindern eingefordert wird, weshalb der gesamte Einführungsprozess etwas Ausdauer der Erzieher und Erzieherinnen erfordert.

Wir möchten mit diesem kleinen Artikel motivieren und ermutigen Yoga mit den Kindern in Ihren Kindertagesstätten auszuprobieren. Im Internet und in diverser Literatur ( z.B. Ökotopia Verlag Bücher von Ursula Salbert) finden sich einfache Anleitungen und fertige Stundenbilder, welche schon in kürzester Zeit umsetzbar sind. Yoga bietet für alle Teilnehmer auf Seiten der Kinder genauso wie bei den Erzieher und Erzieherinnen eine gute Gelegenheit dem stressigen Alltag zu entgehen und den körperlichen Belastungen entgegenzutreten.


Eure Diana Dettke vom Team der KinderZeit in Wunstorf

Literaturangaben / Quellen

  • https://www.erzieherin.de/macht-kita-krank.html
  • https://www.spielundzukunft.de/de-de/de_DE/kinderzeit/spielen-und-spielzeug/2137-remo-h-largo-das-kind-und-sein-spiel-verstehen

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Sigrid Mülfarth
    6. Juli 2019 9:57

    Sehr schön,
    Ich arbeite selber im Kindergarten und habe die Kinderyogalehrerausbildung und anschliessend die Yogalehrerausbildung gemacht.
    Praktiziere für mich Yoga und biete es in meinem Kindergarten für die Kinder an.
    Allerdings habe ich beobachtet das viele Kinder Probleme haben entspannt zu liegen….und nicht mit den Händen, Füssen, Mund Geräusche zu produzieren.
    Auch die Atmung ist ” unrund” .

    Antworten

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